EEG-Umlage verteuert Strom für Familien um 208 €

München (ddp direct) – Ab dem 01. Januar 2011 steigt die Umlage für erneuerbare Energien um 70 Prozent auf insgesamt 3,5 Cent pro kWh. Dies haben heute die vier Übertragungsnetzbetreiber bekannt gegeben.
Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh (Vier-Personen-Haushalt) zahlen so rund 73 Euro pro Jahr mehr für Strom. Bis jetzt zahlt ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt ca. 100 Euro pro Jahr für die EEG-Umlage. Zukünftig werden es sogar 208 Euro p.a. (inkl. Mehrwertsteuer) sein.
Im Falle einer gleichbleibenden EEG-Umlage bedeutet dies, dass in den kommenden 20 Jahren jeder durchschnittliche Vier-Personen-Haushalt 4.160 Euro* für die EEG-Umlage zahlen muss.
Erhöhungsgründe: Ausbau von Solaranlagen und Einbruch der Strompreise
Gründe für die Erhöhung der EEG-Umlage sind unter anderem der starke Ausbau von Solaranlagen in Deutschland durch die staatlich garantierte Förderung sowie der gleichzeitige Einbruch des Strompreises an der Leipziger Strombörse.
Durch den Ausbau der Solaranlagen stieg im vergangenen Jahr die Menge des Solarstroms, der in das Netz vorrangig eingespeist werden muss. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind die Netzbetreiber verpflichtet, Strom aus regenerativen Energien in das Netz einzuspeisen und den Produzenten einen festen Preis zu zahlen (z.B. für Solarenergie bis zu 33,03 Cent pro kWh**).
Die Netzbetreiber müssen den Produzenten von Solarstrom mehr zahlen, als sie beim Verkauf an der Leipziger Strombörse erlösen (momentan vier bis fünf Cent pro kWh). Diese Differenz wird in der sogenannten EEG-Umlage auf den Verbraucher umgelegt.
Bereits 2010 wurde die EEG-Umlage von vorher 1,2 Cent auf 2,047 Cent je Kilowattstunde angehoben. Verbraucherschützer kritisieren, dass Stromversorger die Erhöhung der EEG-Umlage als Rechtfertigung für eine drastische Strompreiserhöhung nutzen.
Im Jahr 2010 betrugen die Strompreiserhöhungen im Durchschnitt rund 70 Euro für einen Vier-Personen-Haushalt (Verbrauch: 5.000 kWh p.a.). Die Erhöhung der EEG Umlage betrug für diesen Verbrauch nur rund 42 Euro im Jahr.
Tipp: Beim Anbieterwechsel auf Preisgarantie achten
Auch zum kommenden Jahreswechsel erwarten die Experten von CHECK24.de signifikante Strompreiserhöhungen. Um die Stromkosten zu senken, sollten Verbraucher ihren Strompreis mit Alternativangeboten vergleichen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.
„Bei einem Wechsel in einen neuen Tarif sollten Verbraucher auf eine möglichst umfangreiche Preisgarantie achten, die auch Preisstabilität bei Erhöhung der EEG-Umlage beinhaltet“, erklärt Isabel Wendorff vom unabhängigen Vergleichsportal CHECK24. „Neben der vollen Preisgarantie ist auch die Nettopreisgarantie sinnvoll, die alle Preisbestandteile des Tarifs mit Ausnahme der Mehrwertsteuer
einschließt“, so Wendorff weiter.
Eine Liste mit einer Auswahl von Stromversorgern, die eine Nettopreisgarantie anbieten, ist der Pressemitteilung beigefügt.
*Angabe inkl. Mehrwertsteuer, die Subventionen für Solarenergie werden für mindestens 20 Jahre garantiert. Die 4160 Euro berechnen sich aus den 208 Euro Kosten pro Jahr, hochgerechnet auf 20 Jahre.
** Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Leistungsabhängige Fördersätze in ct/kWh auf einem Gebäude bis 30 kW ab Oktober 2010, Nettopreise

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