Bärbel Bas: „2011 gibt’s Zusatzbeiträge, aber keinen Sozialausgleich“

 

 

Zum Haushalt des Bundesgesundheitsministeriums für 2011 erklärt die Duisburger SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas: 

Foto: Bärbel Bas, MdB

Der so genannte Sozialausgleich für die Zusatzbeiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird 2011 nicht kommen. Für die folgenden Jahre stehen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) keine ausreichenden Mittel zur Verfügung. Das geht aus der aktuellen Beschlussfassung des Haushaltes 2011 des Bundesgesundheitsministeriums  im Ausschuss für Gesundheit hervor. Auch 2011 werden zahlreiche Versicherte die Zusatzbeiträge an ihre Krankenversicherungen zahlen müssen. Frühestens ab 2012 soll der Sozialausgleich greifen und wird bezahlt aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds. Zu deren Aufbau wird es einen einmaligen Steuerzuschuss von 2 Mrd. Euro geben. Sobald dieser Zuschuss aufgebraucht ist, wird der Sozialausgleich aus Beitragsgeldern bezahlt. 

Die Anhörung zum so genannten Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes und die Honorarsteigerungen der Ärzte zeigen, dass die Bundesregierung nicht in der Lage ist, die Leistungsausgaben der GKV wirksam zu begrenzen. Die Kostensteigerungen müssen die Kassen durch Zusatzbeiträge kompensieren. Es ist absehbar, dass sehr viel Geld für den Sozialausgleich gebraucht werden wird. Da Rösler keine weiteren Steuermittel bekommt, muss der Gesundheitsfonds einspringen. Mit der Folge, dass die Krankenkassen noch weniger Geld für die Leistungsausgaben erhalten werden und noch höhere Zusatzbeiträge verlangen werden. Die Koalition befeuert so mit ihrer Politik einen Teufelskreis anstatt ihn zu durchbrechen. 

Auch an anderen Stellen in seinem Haushalt spart Rösler sinnvolle und wirksame Maßnahmen kaputt. Besonders leiden müssen die Ausgaben zur Förderung der Prävention. Nirgendwo werden Gelder so effektiv eingesetzt wie in der Prävention. Jeder zusätzliche Euro wird bei den Leistungsausgaben mehrfach eingespart. Auch bei der Aufklärung zu HIV/AIDS spart Rösler an der Substanz, genau wie bei der Bekämpfung von Drogen- und Suchtmittelmissbrauch. Dort wo noch Geld ausgegeben wird, etwa bei der Forschungsförderung, profitieren davon Großkonzerne und Pharmaindustrie. Steigen werden allein die Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit. 1 Millionen Euro mehr will Rösler 2011 ausgeben, um Kopfpauschale und Vorkasse beim Arzt schmackhaft zu machen.

(Pressemitteilung vom 7. Oktober 2010)

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