Junge NRW-Politiker/Teil 3: Henning Höne (FDP) Vors. der JuLi’s NRW

„Liberal heisst persönliche Freiheit!“, sagt Henning Höne im Interview mit xtranews.  Und begründet dieses Credo in einem sehr informativen und offenen Gespräch, in dem er über die Freiheit jedes Individuums spricht. Ein junger FDP-ler, dem man seine Überzeugungen abnimmt.Ein Interview, in dem er viele FDP-Klischees widerlegt. Henning Höne ist Jahrgang 1987.

Henning Höne ist Landesvorsitzender der Jungen Liberalen NRW, der JuLis. In dieses Amt wurde er im Mai 2010 gewählt. Er ist ausserdem Landesvorstandsmitglied der nordrhein-westfälischen FDP seit März 2010. Ausserdem bekleidet er in seinem Heimatkreis Coesfeld seit der Kommunalwahl 2009 ein Mandat für seine Partei. Dort sitzt er für die FDP im Schulausschuss.

Auf die Frage, warum er in die FDP eingetreten sei, antwortet Höne: “ Ich habe mir damals alle möglichen Parteiprogramme unvoreingenommen angesehen und kam für mich zu dem Entschluss, das meine politische Heimat die FDP ist“. Demzufolge trat er im Sommer 2004 der FDP bei. Er begründet dies auch damit, das ihm der ganzheitliche politische Ansatz der FDP, hier insbesondere der JuLis, gefiel. Das die FDP die Chancengerechtigkeit für die Bildung der Jugend vertritt war ihm dabei genau so wichtig, wie das Selbstentscheidungsrecht jeden(r) Einzelnen/Einzelne, aus diesem Erlernten für sich das richtige zu machen. “ Wir vertrauen Dir und Deinen Fähigkeiten und unterstützen Dich politisch bei Deinen Wünschen und Zielen!“, auch eine Aussage seiner FDP, hinter die er sich voll stellen kann.

So sieht er auch weiterhin seinen politischen Schwerpunkt in der Bildungspolitik. Er vertritt die Auffassung, das alle die bestmögliche Bildung erhalten sollen, bei gleichzeitiger individueller Förderung. Von daher steht er der Bildungspolitik der rot-grünen NRW-Koalition skeptisch gegenüber. Höne plädiert für ein gegliedertes Schulsystem, gerade auch in ländlichen Gebieten, und sieht die Schwerpunkte seiner Politik darin, die Schulen personell und strukturell besser auszustatten. Er ist für ein Schulverbundsystem,  um kommunale Bildungsressourcen effizient zusammen zu führen und sieht insgesamt das neue Gesamtschulsystem der NRW-Koalition kritisch.

„Ich war kein Freund der Hotel-und Gaststättensteuer!“, kurz Mövenpick-Steuer, sagt der Coesfelder Höne. Insgesamt waren die JuLis davon nicht begeistert. Er begründet das damit, das eine einzelne Steuer aus dem Gesamtsteuerpaket der FDP herausgenommen wurde und damit dem gesamten Steuerpaket der FDP nicht förderlich war. Zwar ist auch er, Höne, für diese einzelne Steuerentlastung, und weist darauf hin, das mittlerweile fast alle Bundesparteien diese Steuerentlastung mittragen, aber er empfindet sie auch als nicht sehr populäre Entscheidung. Zumal es auch ihm bei diesem Gesamtkonzept um eine Vereinfachung des deutschen Steuerwesens geht.

“ 5% ist negativ, 15% war positiv!“ sagt Höne auf die Frage nach den derzeitig schlechten Umfrageergebnissen für seine Partei. Er selbst sieht die FDP derzeit in der Mitte dieser Prozentzahlen. Höne betont, das gerade heutzutage die Wechselbereitschaft der Wähler zugenommen hat und eine langjährige Parteibindung immer seltener werde. Selbstkritisch sagt er aber auch, das die Streits in der Berliner Koalition, insbesondere jene mit den christsozialen Bayern, alles andere als förderlich gewesen sind. „Der Wähler will keinen Streit, er will Ergebnisse sehen!“ Auf die Frage, ob er seine FDP nunmehr immer an der Seite der CDU/CSU sieht, meint Höne: „Gerade wir jugendlichen Parteimitglieder sind da offen. Es geht uns hierbei in erster Linie um programmatische und politische Schnittstellen.“

Das Verhältnis zwischen den „Jungen“ und den „Alten“ in der FDP bezeichnet Henning Höne als völlig unproblematisch. Gerade in seinem NRW-Verband gäbe es hierzu keine Probleme, ganz im Gegenteil, wie er sagt. In seinem Verband sitzt auch der prominenteste Liberale, Guido Westerwelle.

Auf die Frage der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, liegt bei einem Parteivorsitzenden Guido Westerwelle nahe, sagte Höne: „Hier ist die FDP der Motor in der Koalition. Hier muss noch einiges umgesetzt werden. Insbesondere die steuerrechtliche Angleichung an Hetero-Ehen. Ohne die FDP bewegt sich da wenig.“

Henning Höne ist ein junger, dynamischer und durchaus sympathischer FDP-ler. Alles das muss sich ja bekanntlich nicht ausschliessen. Seine Standpunkte, nicht nur in der Bildungspolitik, bringt er überzeugend rüber. So geht es ihm auch bei der Gewinnung junger Menschen für die Politik darum, diese durch Aktionen, Argumente und Überzeugungen zu gewinnen. Und dies bereits vor Ort, wie in seinem Fall, im Kreis Coesfeld. Und da sei man recht aktiv.

Zum Ende sprachen wir über die gute, alte, sozial-liberale Zeit und eine Frau, wie Hildegard Hamm Brücher. „Vielleicht kommt diese Zeit ja mal wieder…“, meint Höne und offenbart damit, das er sich als Liberaler im wahrsten Sinne des Wortes versteht. Für ihn ist nichts Status Quo. Politik bedeutet für ihn aktive und zeitgemäße Veränderung und Anpassung aufgrund der aktuellen Situation.

Das die FDP seine Partei ist, die er voll verinnerlicht hat, nehme ich ihm nach unserem Interview voll ab.

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