GEW: „Rückenwind für Reform der Karrierewege in der Wissenschaft“

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(ddp direct) Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt viele Empfehlungen zum Europäischen Forschungsraum, die der Wissenschaftsrat (WR) heute (29.09.2010) im Rahmen einer Konferenz in Berlin vorgestellt hat. „Das Bund-Länder-Gremium hat die Finger in die Wunden des deutschen Wissenschaftssystems gelegt: Die Karrierewege in Hochschule und Forschung sind im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig. Undurchsichtige Rekrutierung von Nachwuchskräften, Kurzzeitverträge ohne soziale Absicherung und fehlende Planungssicherheit der wissenschaftlichen Laufbahn schrecken junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ab“, sagte das für Hochschule und Forschung verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller.
„Die WR-Empfehlungen sind Rückenwind für die Reform der Karrierewege in Hochschule und Forschung, wie sie die GEW gemeinsam mit weit über 2.000 Unterzeichnern des ‚Templiner Manifests’ fordert: die transparente Vergabe von Stellen, mehr dauerhafte Beschäftigung, ein familienfreundliches Arbeitsumfeld und verlässliche Karriereperspektiven durch einen in den angelsächsischen Ländern bekannten ‚Tenure Track’. Dieser eröffnet Nachwuchskräften frühzeitig die Perspektive, auf Dauer in der Wissenschaft zu arbeiten“, erklärte Keller. Auch die WR-Forderung Mobilitätshindernisse zu beseitigen, wie sie bei der Altersversorgung von im Ausland tätigen Wissenschaftlern bestehen, sei Gegenstand des „Templiner Manifests“.
Keller stellte klar, dass die GEW sich nicht allen Empfehlungen des Bund-Länder-Gremiums anschließen könne. „Der WR betont einseitig den wirtschaftlichen Standortwettbewerb des Europäischen Forschungsraums mit anderen Regionen. Dieser Ansatz greift zu kurz. Er blendet den Gedanken der Kooperation im globalen Raum ebenso aus wie den gesellschaftlichen und kulturellen Wert von Forschung“, sagte der GEW-Wissenschaftsexperte.

Info: Der Wissenschaftsrat stellt seine Empfehlungen zum Europäischen Hochschulraum heute in Berlin auf der Konferenz „Aufbruch nach Europa?“ vor.
Die GEW fordert in ihrem „Templiner Manifest“ eine Reform der Personalstruktur und Berufswege in Hochschule und Forschung. Das Manifest kann online im Internet unterzeichnet werden.

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