Bundestag: Entscheidung über Tierschutz für Zirkustiere vertagt VIER PFOTEN fordert FDP zur Unterstützung eines Wildtierverbotes auf

Hamburg (ots) – Heute hat der Agrarausschuss des Bundestages einen Antrag für ein Verbot der Haltung von Zirkustieren (Ds 17/2146) vertagt. Nachdem bisher alle Bemühungen an der Blockadehaltung der Regierungsfraktionen gescheitert sind, soll über eine mehrheitsfähige Initiative verhandelt werden. „Zu Oppositionszeiten hat die FDP ein Wildtierverbot für Zirkustiere aktiv unterstützt“, erklärt Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. „Die Liberalen sollten sich an ihre Position erinnern und die CDU/CSU von diesem notwendigen Schritt überzeugen“.

Der von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen eingebrachte Antrag (Ds 17/2146), zielte darauf ab, Wildtiere generell nicht mehr im Zirkus zu halten. Viele Experten wie die Bundestierärztekammer halten solch ein Verbot für zwingend nötig. Auch die Bundesländer fordern bereits seit 2003 eine entsprechende Regelung.

„Elefanten, Bären, Affen und andere Wildtiere haben im Zirkus nichts zu suchen – ihre Haltung ist schlicht Tierquälerei“, sagt Thomas Pietsch. Die Exoten fristen einen Großteil ihres Lebens in kleinen Käfigwagen. Die Haltung ist völlig ungenügend, die Dressurmethoden fragwürdig und die Kunststücke widersprechen oftmals dem natürlichen Verhalten der Tiere. Ständige Ortswechsel, lange Transportzeiten und Lärm setzen die Tiere unter Stress. Viele Zirkustiere zeigen deshalb Verhaltensstörungen und leiden unter schweren Krankheiten.

Die Haltung gefährlicher Wildtiere in Zirkussen ist darüber hinaus ein Sicherheitsproblem. Gefährliche Pannen, Ausbrüche und Unfälle treten bei Zirkusbetrieben regelmäßig auf, selbst Schwerverletzte und Tote sind keine Seltenheit. Allein in den letzten sechs Jahren hat VIER PFOTEN siebzehn Vorfälle gezählt, bei denen in Deutschland Menschen von Wildtieren im Zirkus verletzt wurden. Hinzu kamen 38 Ausbrüche von Wildtieren, bei denen nur durch viel Glück Schlimmeres verhindert werden konnte.

Andere EU-Länder wie Österreich, Bulgarien, Schweden und Dänemark haben die Haltung von Wildtieren im Zirkus schon lange verboten oder eingeschränkt. „Diese Beispiele zeigen, dass die politisch Verantwortlichen in Deutschland endlich handeln müssen“, so Pietsch.

5 thoughts on “Bundestag: Entscheidung über Tierschutz für Zirkustiere vertagt VIER PFOTEN fordert FDP zur Unterstützung eines Wildtierverbotes auf

  1. Was für ein Wildtierexperte ist denn dieser Thomas Pietsch? Seine Aussagen und Unterstellungen belegen eindeutig, dass er von Tierhaltung im Circus nicht die geringste Ahnung hat und nur Jahrzehnte alte Hetzparolen der Tierrechtler wiederholt.
    Ich würde Herrn Pietsch, wie auch allen Politikern empfehlen, sich doch einmal selbst ein Bild von der Wirklichkeit in einem modernen deutschen Großcircus zu machen. Den Tieren in gut geführten Circusunternehmen geht es gut, die Dressuren sind gewaltfrei, weil sich moderne Tierlehrer der humanen Tierdressur verschrieben haben. Die Gehege und Ausläufe sind in der Regel großzügig.
    Nichts von dem, was dieser selbsternannte Wildtierexperte von der umstrittenen Tierrechtssekte „Vier Pfoten“ behauptet beinhaltet auch nur einen Funken Wahrheit.
    Warum es dann auch noch Medien gibt, die derartige Verleumdungen unrecherchiert veröffentlichen ist mir ein Rätsel.
    Ich kann nur empfehlen, wie ich in einen guten deutschen Großcircus zu gehen und einmal die Tierschau zu besuchen. Da wird schnell klar, dass Tiere im Circus ein schönes, behütetes, sattes und gefahrloses Leben in glück und Zufriedenheit führen.

  2. Tierfreundschaften Mi, 13 Okt 2010 at 22:52:16 -

    Die hier vorgetragenen Vorwürfe gegen die Tierhaltung im Zirkus sind absurd.
    Es gibt in Deutschland keine Tierhaltung, die so oft geprüft wird, wie die Tierhaltung im Zirkus. Offentsichtlich wünschten sich die „Macher“ von Vierpfoten und Co keine Tiere in Menschenhand. Das sie dabei auch ihre Arbeitsplätze verlieren, vergessen sie. Oder sollten diese unbegründeten Angriffe gegen Zirkusunternehmen zur Werbung von VierPfoten dienen?

  3. @Mensch, meinst Du solche Zirkusunternehmen wir Krone? Jeder kann es selbst nachlesen unter PETA-Pressekonferenz 17.9.2009 ! Da sieht man in welcher gesundheitlichen Verfassung die Tiere von Krone sich befinden. Es wird höchste Zeit, daß diese Tierquälereien in den Zirkussen endlich aufhören!

  4. Es trifft zu, das gerade die Tiere in den Zirkusunternehmen durch die Veterenärämter engmaschig überprüft werden. Und deren Tierleben hat sich auch im Laufe der Jahre in den großen Zirkussen „verbessert“.

    Es trifft aber auch zu, das Löwen, Tiger, Elefanten und andere, keine geborenen Zirkustiere sind. Es sind Wildtiere mit angeborenen Instinkten, die sie in Gefangenschaft, gleich welcher Art, nicht ausleben können. Und hier besteht nun mal der Unterschied zu den Haustieren.

    Die Tierschutzorganisation PETA beschreibt die Zustände anschaulich:

    http://www.peta.de/web/zirkusse.126.html

  5. thomas1741
    Wann ist endlich Schluss mit dieser Art von Tierquälerei?
    Ich habe im Zirkus gearbeitet, viel Böses erlebt, aber mich immer dagegen positioniert
    Was ist das für ein „Tierlehrerverband für Zirkustiere“, der keinerlei anerkanntente Abschlüsse hat und sich seine Schriften von zirkusfremden Personen verfassen lässt?!
    Mit diesen armen Kreaturen wird viel Geld verdient und warum sich einen Kopf um Erneuerung machen, wenn dieser schmutzige Weg immer noch zu gehen ist!