Wozu Nacktscanner, wenn es auch Vermieter gibt?

Die Datensammelwut im Großen und Kleinen beschäftigt die Bürger:

Darf Google Streetview unsere Häuser fotografieren? Dürfen Nackscanner an Flughäfen eingesetzt werden? Was passiert mit unseren Daten beim Zahlen mit EC-Karten. Und seit Neustem: Was muss ich alles preis geben, um eine Wohnung zu mieten?

Als meine Oma jung war, so erzählt sie gerne, war eine Wohnung ohne Trauschein eher ein nicht zu erfüllender Traum. Und heute?

Wer aktuell zum Beispiel im Raum Duisburg – und vermutlich auch anderswo – eine Wohnung mietet, darf sich nicht wundern, wenn der Vermieter (nicht abschließend) gleich eine ganze Reihe von Dokumenten haben will. Der Autor war nicht schlecht erstaunt, als er eine junge Frau begleitete, auf der Suche nach einer passenden Wohnung.

Die Vermieter verlangten regelmäßig

  • Ausweiskopie beidseitig, gescannt, kein Fax
  • Schufa-Auskunft
  • letzte 6 Gehaltsabrechnungen
  • Ausgefüllter Fragebogen vom Vorvermieter, das man sich auf ordentlich benommen hat.

Und wenn man dann, wie die betroffene Duisburgerin, auch noch „nur“ eine 25jährige Studentin ist, darf man die Wohnung eh nicht allein mieten, vielmehr sollen dann Eltern oder Freund / Lebensgefährte den Vertrag unterschreiben und unsere Beispielstudentin ist dann „Nutzerin“.

Es ist erschreckend wie sehr Misstrauen unsere Welt zu zerfressen scheint – und wie ungebremst die Gier nach Daten ist. Im konkreten Fall wurde der Hinweis auf die Unverschämtheit dann mit dem lapidaren „dann bekommen Sie hier keine Wohnung“ beantwortet.

Natürlich ist der Wunsch von Vermietern verständlich, eine Wohnung an einen „solventen“ Mieter abzugeben. Aber mit welcher Berechtigung will der Vermieter wissen, was ich das letzte halbe Jahr wo gearbeitet habe, ob ich mich mit dem Vermieter vorher verstanden habe oder welche Darlehen ich tilge?

Der hier geschilderte Fall aus Duisburg ist kein Einzelfall. Und schon deswegen sollten wir uns fragen, in was für einer Welt wir leben wollen…

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