Duisburg blamiert sich vor den Augen der Welt – Ein Kommentar

„Duisburger wo wart ihr?“, hat sich so mancher außerhalb von Duisburg gefragt, als er gestern Abend WDR oder auch Phoenix geschaut hat.

Anscheinend sind die Duisburger soweit politikresistent, dass sie nicht mal gegen einen Oberbürgermeister auf die Straße gehen, der die politische Verantwortung für den Tod von 21 jungen Menschen, weit über 500 Verletzte und ungezählte Traumatisierte, nicht übernimmt und es nach Kohlscher Manier aussitzen will. Ein Oberbürgermeister, der die Öffentlichkeit mehrfach angelogen hat. Er, der aus 150.000 in Handumdrehen 1,4 Millionen machte, der aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Namen und Adressen der Toten bekommen haben will, er der von keinen Sicherheitsbedenken gewusst haben will, er der von individuellen Schwächen der Toten sprach.

fuck-duisburg-1921 Duisburger wo wart ihr?

Habt ihr alle resigniert vor soviel Sitzfleisch? Und ihr liebe Parteien? Wo waren die Anhänger der SPD, wo die JUSOS? Wo ihr Gewerkschaftsfunktionäre, wo waren eure Betriebsräte? Wo waren die vielen Demonstranten, die DIE LINKE sonst bei jeder Anti-Israel-Demonstration aufbietet? Wenn Organisationen mit ihren Strukturen sich verweigern, wer soll denn den politisch gerechtfertigten Protest organisieren?

Immerhin hat es die CDU geschafft einige Mitglieder für eine Pro-Sauerland-Demo anzukarren. Organisiert von dem CDU-Mitglied und ehemaligen Walsumer Bezirksvertreter Rudolf Schellöh. Einige der anwesenden Demonstranten waren nun auch schon in einem so hohen Alter, dass sie gut und gerne als Statisten neben Sophia Petrillo als Insassen der „Schattigen Pinie“ hätten durch gehen können. Auch das ältere Ehepaar mit dem knallgelben Schild „Unser OB heißt Adolf Sauerland“ sieht aus als würden sie grade onthefly von ihrer Senioren-Residenz in Tampa oder Fort Myers im Sunshine State Florida kommen.

Wo nur ist das politische Duisburg der 80er Jahre geblieben?

4 thoughts on “Duisburg blamiert sich vor den Augen der Welt – Ein Kommentar

  1. Dem Westen geht es noch viel zu gut und:
    Der Westen ist zu bequem, weil ihm egal ist was um ihn herum passiert.
    Ich habe Achtung vor den Menschen, die den Mut aufgebracht haben etwas zu verändern.
    Ich habe Achtung vor den Menschen, die sich nicht anonym an einer Demo beteiligen.
    Ich habe Achtung vor den Menschen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen.
    Ich hätte auch Achtung für den Ob aufgebracht, wenn er sich seiner politischen Verantwortung gestellt hätte. Das hätte sogar Respekt gebührt. Aber so?
    Duisburger, wenn Euch Euer Duisburg etwas wert ist, dann geht zur Demo und macht Eurem Unmut luft!

  2. Die „Guten“ sind leider alle weggegangen. Spätestens in den 90ern. Aber ein paar gibts noch. Beziehungsweise wieder.
    Das Spezielle an Duisburg und anderen potthässlichen Städten ist leider, dass schon Jugendliche denken, sie könnten eh nichts erreichen, weder beruflich und politisch, wat is’n datt, äj?
    Was Duisburg, als ein Exempel fuer Deutschland braucht ist: Politische Bildung!
    Xtranews ist dafuer ein Beispiel.

  3. „Anscheinend sind die Duisburger soweit politikresistent, dass sie nicht mal gegen einen Oberbürgermeister auf die Straße gehen, der die politische Verantwortung für den Tod von 21 jungen Menschen, weit über 500 Verletzte und ungezählte Traumatisierte, nicht übernimmt und es nach Kohlscher Manier aussitzen will.“

    Vielleicht haben die Bürger aber auch erkannt das bestimmte Parteien und I-net möchtegernzeitungen das Thema für sich instrumentalisieren. Könnte ja sein :-).