Loveparade: Nichts neues aus dem Sauerland

IMG_4351.jpg

Image by xtranews.de via Flickr

Düsseldorf – Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland will wegen der Loveparade-Katastrophe nicht zurücktreten. Die Geschehnisse am 21. Juli mit 21 Toten sei «zu ernst und zu tragisch, als dass man reine Schuldzuweisungen akzeptieren könnte», sagte er im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Sauerland versicherte, bei allen Planungen der Stadt habe immer die Sicherheit der Teilnehmer der Loveparade im Vordergrund gestanden. Bedenken seien im Zuge des Planungsverfahrens ausgeräumt worden.
Erst gestern hatte die Düsseldorfer Kanzelei Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung der Juristin Dr. Ute Jaspers in Duisburg ein entlastendes Gutachten vorgestellt, welches im Auftrag des Oberbürgermeisters erstellt wurde. So lautet auch das Fazit: „Zu der Katastrophe habe es nur deshalb kommen können, weil Dritte die Auflagen der Stadt nicht korrekt umgesetzt hätten. Ein Fehlverhalten der Stadt ist laut Gutachten nicht erkennbar.“
Bereits vor einigen Wochen wurde dieses Resümee in dem Zwischenbericht ohne Anlage veröffentlicht.

(Mit DPA-Material)

Enhanced by Zemanta

2 thoughts on “Loveparade: Nichts neues aus dem Sauerland

  1. Ich habe nichts anderes erwartet. Die Anwältin musste zwingend zu diesem Schluss kommen, sonst wäre ja ihr Zwischenbericht nicht mehr glaubwürdig gewesen. Und der OB zieht für mich eine Show ab. Die Zeit bis zum 10.10.2010 muss egal wie überbrückt werden, sonst ist die saftige Apanage futsch. Die Opfer? Die sind doch eh tot, wieso sollte er jetzt sein bequemes Leben aufgeben. Diesem OB, seinen Verantwortlichen in der Verwaltung und nicht zu vergessen auch den Sesselklebern im Rat, ist die Dimension des politischen Schadens für Duisburg, NRW und auch gesamt Deutschland nicht bewusst. Man sitzt auf Wolke 7 des Provinz-Politiker-Himmels und regiert das dumme Stimmvolk nach Louis XIV Manier. Wenn demnächst das Volk an die Urnen zitiert wird, dann werden die Herrschaften sich wieder über die schwache Teilnahme echauffieren. Wählt Euch doch einfach selber, wofür muss ich für so ein Theater überhaupt noch aufstehen.

  2. Lieber Herr Sauerland,

    bitte hören Sie auf Steuergelder für Gutachten, PR-Manager und Anwaltskanzleien rauszuhauen. Sie Staatsanwaltschaft ermittelt!

    Oder glauben Sie wirklich, dass Gutachten oder andere Maßnahmen dazu führen, dass die Staatanwaltschaft sagt: „Hey, wir hören auf zu ermitteln. Der Herr Sauerland hat ja bereits ein Gutachten erstellt. Nun kennen wir den oder die Schuldigen“?

    Was nutzt Ihr Gutachten: der Staatsanwaltschaft, den Bürgern oder gar den Hinterbliebenen. Es ist ein komisches Verständnis von Aufklärungsarbeit, Gutachten erstellen zu lassen, die die eigene Unschuld beteuern.

    Mit freundlichen Grüßen

    Scottix