Sarrazins Privilegien – Die Sache mit dem "Diplomaten"-Parkplatz

Thilo Sarrazin, 65, Bundesbank-Vorstand und erbitterter Kritiker wohlstandsferner Schichten, wurde in der Vergangenheit ein exquisites Privileg zuteil. Offenbar war der ehemalige Berliner Finanzsenator über Jahre Inhaber eines Sonderausweises, der zur kostenlosen Nutzung eines exklusiven "Diplomaten"-Parkplatzes am Frankfurter Airport berechtigte. Die VIP-Karte (Jahreswert: 2640 Euro) hatte die örtliche Flughafengesellschaft Fraport an einen erlesenen Kreis von Spitzenfunktionären aus Politik und Verwaltung verteilt – und damit den Argwohn der Frankfurter Staatsanwaltschaft erregt, so der Spiegel in einer Vorabmeldung für sein am Montag erscheinendes Magazin. Seit Dezember 2008 ermittelt die Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen gegen einen Fraport-Mitarbeiter wegen des Verdachts der Bestechung. Im Rahmen der umfangreichen Untersuchung überprüften die Korruptionsfahnder insgesamt 247 prominente Freiparkfälle, darunter auch den von Sarrazin. SPIEGEL-Fragen, ob er den Parkausweis tatsächlich nutzte, ob dies gegebenenfalls dienstlich oder privat geschah und in welcher Zeit er ihn besaß, ließ Sarrazin unbeantwortet – "aus Termingründen", wie sein Sekretariat mitteilte. Nach Auskunft der Fraport ist die großzügige Vergabe der VIP-Tickets inzwischen eingestellt worden. Auch Sarrazins frühere Wirkungsstätte, die Berliner Finanzbehörde, wollte sich nicht zu dem Vorgang äußern. Laut Vorschrift dürfen Senatoren keine derartigen Geschenke annehmen.

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