Duisburg: Neue Mimi-Mediatorenschulung

Duisburg – Das seit 2005 erfolgreich durchgeführte Projekt „Migranten informieren Migranten“ bietet eine neue Ausbildung zum interkulturellen Gesundheitsmediator an. Ziel des Projektes ist es, mehrsprachige und kultursensible Gesundheitsförderung und Prävention für Migranten zu ermöglichen. Schwerpunktthema von MiMi-NRW ist die Gesundheit von Eltern und Kindern in NRW. Mit Unterstützung der ausgebildeten Gesundheitsmediatoren und Akteuren des Gesundheitswesens wird die Eigenverantwortung der Migranten für ihre Gesundheit gestärkt und damit eine „gesunde“ Integration unterstützt.

Seit 2006 wurden in Duisburg und Essen rund 500 Veranstaltungen durchgeführt, in denen etwa 7.500 Teilnehmer mit den Sprachen Englisch, Türkisch, Kurdisch, Russisch, Polnisch, Kroatisch, Serbisch, Ukrainisch und Arabisch erreicht wurden.
Bundesweit hat das Mimi-Projekt bisher über 1.000 Mediatoren ausgebildet und zertifiziert. Diese haben knapp 2.000 Veranstaltungen durchgeführt. In den Informationsveranstaltungen wurden 25.819 Migranten direkt erreicht. Über 150.000 Leitfäden in 15 Sprachen wurden zudem abgerufen. An MiMi partizipieren Menschen aus 132 Ländern.
Das erfolgreiche Projekt soll nun weitergeführt werden und verstärkt auch Mediatoren aus afrikanischen, arabischen und asiatischen Herkunftsländern gewinnen. Ab September werden in Duisburg wieder neue engagierte Migranten als interkulturelle Gesundheitsmediatoren gesucht, die auf die eigenständige Durchführung von Informationsveranstaltung für Migranten in der jeweiligen Muttersprache vorbereitet werden sollen. Thematisch umfasst die Ausbildung das deutsche Gesundheitssystem, Ernährung und Bewegung, Schwangerschaft und Familienplanung, Kindergesundheit und Unfallprävention, seelische Gesundheit, gesunde Entwicklung von Kindern sowie Gesundheit im Alter.
Die Einführungsveranstaltung findet am Donnerstag, 30. September, von 17 bis 20.30 Uhr im Gebäude der BKK Novitas auf der Schifferstraße 92-100 in Duisburg-Mitte statt. Das Thema lautet „Interkulturelle Gesundheit“.
Insgesamt umfasst die Ausbildung 50 Stunden, aufgeteilt in acht Abendveranstaltungen und drei Wochenendveranstaltungen. Die Teilnahme ist kostenlos. Nach der Ausbildung führen die Mediatoren mehrsprachige Informationsveranstaltungen in ihren Communities (zum Beispiel in Sprachkursen, Moscheen, Kulturvereinen, Kindergärten, Familienzentren und Beratungsstellen) durch, dokumentieren und evaluieren diese.
MiMi-NRW wird im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen, des BKK Bundesverbandes und des BKK Landesverbandes Nordrhein-Westfalen und des Ethno-Medizinischen Zentrums e. V. durchgeführt. In Duisburg wird MiMi vom Gesundheitsamt der Stadt Duisburg, der kommunalen Gesundheitskonferenz, der BKK Novitas sowie von zahlreichen Akteuren im Bereich der Migration und Integration unterstützt.
Interessierte sollten sowohl die deutsche, als auch die Muttersprache in Wort und Schrift beherrschen. Zudem sollten die künftigen Mediatoren aufgeschlossen gegenüber beiden Kulturen sein und die Bereitschaft besitzen, selbstständig arbeiten zu können.

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