Bevölkerung uneins über Atomkraft – 45 Prozent für längere AKW-Laufzeiten

Hamburg (ots) – In der aktuellen Debatte um die Laufzeiten der Kernkraftwerke sind die Deutschen geteilter Meinung. Knapp jeder Zweite (48 Prozent) beharrt nach einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern darauf, dass der letzte Reaktor wie im Atomkonsens vereinbart 2022 vom Netz geht. Fast ebenso viele (45 Prozent) würden eine längere Laufzeit begrüßen. 7 Prozent sind unentschieden. Eine längere Nutzung der Atomkraft befürworten sogar 39 Prozent der SPD-Anhänger und 13 Prozent der Grünen-Wähler.

Der stern ließ die Bürger auch fragen, wie der Energiebedarf in Deutschland mittelfristig gesichert werden könne. Dabei sprachen sich lediglich 13 Prozent für den Bau neuer Kohlekraftwerke aus. 21 Prozent waren dafür, mehr Gas aus dem Ausland zu importieren. Am stärksten (39 Prozent) wurde eine längere Nutzung der vorhandenen Atomkraftwerke favorisiert. 21 Prozent lehnten sowohl Kohle als auch Gas und Atomstrom zur Schließung der Energielücke ab.

Dass man derzeit völlig auf Atomenergie verzichten kann, glaubt nur eine Minderheit der Deutschen. Vier von fünf Bürgern (79 Prozent) und sogar 61 Prozent der Grünen-Anhänger sind der Auffassung, dass Atomstrom noch eine Weile gebraucht wird.

Datenbasis: 1003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 19. und 20. August 2010, statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte. Institut: Forsa. Auftraggeber: stern

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