In memoriam Christoph Schlingensief: 3sat ändert sein Programm

Achim von Paczensky, Christoph Schlingensief und Heinz Badewitz - Hof 2003 (Foto: Filmgalerie 451)

Mainz (ots) –
Sonntag, 22. August 2010, 19.10 Uhr, 3sat

„Wir sind nicht so stabil, wie uns der Globalismus oder diese Gesellschaft permanent erzählt.“ Christoph Schlingensief, einer der wichtigsten und radikalsten Theater- und Filmkünstler in Deutschland, wusste wovon er sprach. Vor zweieinhalb Jahren erkrankte er an Lungenkrebs. Seitdem kämpfte er gegen die Krankheit in einer für ihn typischen Art: Er sprach öffentlich darüber, schrieb darüber, inszenierte sie.

Am gestrigen Samstag erlag er seinem Krebsleiden. Im Dezember 2008 hatte Moderatorin Katrin Bauerfeind den Regisseur für einen „Kulturzeit“-Jahresrückblick getroffen. „Wer seine Wunde zeigt, der steht auch zu dem Fehler in ihm, den Zweifel in ihm, dass er so stabil ist“, hatte er gesagt und mit ihr unter anderem über seinen „verkorksten Katholizismus“ und über seinen Lebenswillen im Angesicht des Todes gesprochen: „Ich merke gerade, wie gerne ich lebe. Das habe ich vorher nicht gewusst.“ 3sat zeigt das Gespräch mit unveröffentlichtem Material im Rahmen von „Kulturzeit extra zum Tod von Christoph Schlingensief“ am heutigen Sonntag, 22. August, 19.10 Uhr. Schlingensief hatte sich nach dem Gespräch mit Katrin Bauerfeind gewünscht, dass das Gespräch in 3sat auch einmal in voller Länge gezeigt wird.

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