Gastkommentar: Wie kann das sein?

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Im Moment versuchen viele Duisburger noch zu verstehen, was sie da heute Abend im WDR erlebt haben. Adolf Sauerland, der Oberbürgermeister (CDU) der Stadt Duisburg war zu einem Befreiungsschlag angetreten – und hat die Chance nicht genutzt, drängende Fragen zu beantworten.

Soeben erhielten wir von einer Leserin einen längeren Kommentar, den wir gerne hier veröffentlichen. Aus verständlichen Gründen bitte die der Redaktion bekannte Duisburgerin allerdings darum, nicht namentlich genannt zu werden.

Hier ihr Kommentar zum Interview:


Sauerland-Interview: eine Frechheit

Wie man mit vielen Worten entschlossen schweigen kann, zeigte Sauerland einmal mehr in dem Interview des WDR, das optimistisch mit „Sauerland bricht sein Schweigen“ angekündigt war.

20 Minuten nahezu ununterbrochener Monolog des Oberbürgermeister enthüllen jedoch gnadenlos nur eines, nämlich dass er sich auch weiterhin in Schweigen hüllen will.

Auch wenn es beredet ist.

In den ersten Minuten wirkte der Oberbürgermeister an- und niedergeschlagen, was möglicherweise beim Publikum Mitleid erwecken sollte. Bereits zuvor hatte er ja den Versuch unternommen, sich selbst in der Opferrolle darzustellen.

Schnell verlieren die Zuschauer jedoch die Hoffnung, dass der Oberbürgermeister tatsächlich etwas neues, etwas tröstendes oder gar etwas erhellendes sagen wird, das möglicherweise ein neues Licht auf die Ereignisse rund um die Loveparade werfen könnte.

Vollmundig erklärte er sein dreiwöchiges Abtauchen und seine Weigerung, sich der Öffentlichkeit zu stellen, mit der Aufklärungsarbeit, die er im Rathaus betrieben habe. Der Zuschauer, der sich nun erwartungsvoll im Fernsehsessel zurück lehnte, wurde zutiefst enttäuscht:

Das gewählte Stadtoberhaupt ergeht sich in langatmigen, monotonen Darstellungen formaler Verwaltungsprozesse. Antworten auf die konkreten Fragen der Moderatoren verweigert er auch nach wiederholter Aufforderung.

Auch verweigert er alles das, was die Duisburger mit Fug und Recht von ihm erwartet haben: Worte der Entschuldigung beispielsweise, dass er seine Stadt und ihre Bürger in Zeiten der Not allein gelassen hat. Ehrlichkeit bezüglich seiner eigenen Rolle bei der Planung der Loverparade.

Das Aufzeigen von Perspektiven für diese traumatisierte Stadt, die seit 3 Wochen trauert und Führungslos ist und sich verzweifelt nach einem Ansprechpartner sehnt

All das wollte Sauerland nicht bieten. Das ist traurig und zugleich peinlich.

Wieder einmal gibt Duisburg dank Adolf Sauerland in den bundesweiten Medien ein schlechtes Bild ab. Und diese Stadt etwas besseres verdient.

Letztlich auch einen besseren Oberbürgermeister.

One thought on “Gastkommentar: Wie kann das sein?

  1. Es ist genau das selbe Verhalten nach der Katastrophe wie davor: Er ist der einzige, der aufklären kann. Kräftig unterstützt allerdings von seinem Stadt-Direktor. Alle anderen sind unfähig. Alle doof außer ich. Mit genau dieser Denkweise wurde erst in die Katastrophe gesteuert und weil das so prima funktioniert hat, soll damit auch weider herausgerudert werden.