Bundeswehrreform sieht Halbierung des Heeres vor

bundeswehr Das von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) favorisierte Modell für eine Reform der Bundeswehr sieht nahezu eine Halbierung des Heeres vor, so der Spiegel in einer Vorabmeldung für sein am Montag erscheinendes Magazin. Aus einem internen Papier von Ende Juli geht hervor, dass die Teilstreitkraft von derzeit etwa 95.000 Soldaten auf 54558 verkleinert werden soll. 4500 der Stellen sollen mit sogenannten freiwilligen Wehrdienstleistenden besetzt werden. Nach den Reformplänen sind dem Inspekteur des Heeres nur noch vier sogenannte Einsatzkommandos in Divisionsstärke und zwei Brigaden unterstellt. Die Zahl der Kampfpanzer würde dabei fast um die Hälfte reduziert. Die Stärke der Infanterie bliebe jedoch mit etwa 10.000 Soldaten fast gleich. Nach einer internen "Defizitanalyse" vom März dieses Jahres orientiert sich die Reform des Heeres damit zwar "an der höchsten Herausforderung, dem Kampf". Das aber dürfte die Lage der Infanterie in den Auslandseinsätzen nicht verbessern. Die Infanteristen leiden am meisten unter der hohen Frequenz ihrer Einsätze und fehlenden Ruhezeiten. "Eine hinreichende Durchhaltefähigkeit erfordert gemäß entsprechender Untersuchungen mindestens sechs zusätzliche infanteriestarke Bataillone", forderte im März deshalb noch der damalige Inspekteur des Heeres, Hans-Otto Budde, in seiner Lagebeurteilung. Den Sanitätsdienst wollen die Reformer offenbar ganz in die Streitkräftebasis integrieren.

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