Vorgänge rund um die Loveparade aufklären! David Schraven bittet um Mithilfe

loveparadetunnel222_thumb

Die Ereignisse in Duisburg am 24. Juli müssen lückenlos aufgeklärt werden! Dies ist freilich zuallererst Aufgabe der zuständigen Behörden. Doch wir sollten den Behörden nicht alles überlassen – grundsätzlich nicht, und in diesem Fall schon mal gar nicht. Denn ein Interessengeflecht aus Stadt und Land hat am Drama der Loveparade mitgeschrieben.
David Schraven, seit einigen Monaten Recherchechef der WAZ, bis dahin einer der Köpfe der “Ruhrbarone”, ist gegenwärtig darum bemüht mitzuhelfen, die Vorgänge rund um die Loveparade aufzuklären. Deshalb bittet er die xtranews-Leser um Mithilfe.

Werner Jurga

 

 

 

schraven David Schraven

Zur Zeit recherchiere ich für die WAZ-Gruppe die Vorgänge rund um die Loveparade. Dabei bemühe ich mich darum, Widersprüche aufzuklären.

Wer ist wofür verantwortlich? Wer hat was wann gemacht?

Derzeit schieben sich alle gegenseitig den schwarzen Peter in die Schuhe, sei es Polizei, Stadt oder der Veranstalter. Ich versuche der Wahrheit näher zu kommen.

Zunächst bin ich dafür natürlich auf die offiziellen Angaben angewiesen. Gleichzeitig bemühe ich mich um die Dokumente und Protokolle, die den Weg des Dramas nachzeichnen. Doch das alles reicht nicht.

Und deswegen bitte ich Dich und Deine Leser um Hilfe.

Ich suche möglichst viele Fotos und Videos zur Loveparade, die von Teilnehmern der Parade aufgenommen worden sind. Anhand der Fotos und Videos will ich versuchen, ein möglichst lückenloses Bild der Parade nachzuzeichnen. Vom Anfang bis zum Ende.

Damit ich sehen und berichten kann, wann und wo die offiziellen Darstellungen der Behörden und Veranstalter von den Erfahrungen der Leute auf der Straße abweichen.

Damit nachvollziehbar wird, wann, und wenn ja, welche Auflagen von den Loveparade-Machern gebrochen wurden? Wie viele Sicherheitsleute waren wo im Einsatz? Wie viele Erste-Hilfe-Plätze gab es?

Ich glaube wirklich, nur mit den Fotos und Videos der Teilnehmer der Love-Parade ist diese Aufgabe zu bewältigen. Nur mit Hilfe möglichst vieler Teilnehmer kann ein Wirklichkeitsnahes Lagebild gezeichnet werden.

Mich interessieren vor allem drei große Bereiche:

a) Die Situation auf dem Bahnhof und unmittelbar danach. Gab es auf dem Zuweg zum Veranstaltungsort Hindernisse der Polizei, wann und wo standen diese, wurden Barrieren errichtet, die den Zufluss regelten? Wurden diese Barrieren durchbrochen oder geöffnet? Und wann genau geschah das alles?

b) Die Situation vor den Tunneln. Was passierte hier wann genau? Wann waren hier welche Hindernisse, Zäune oder Polizei- und Security-Ketten? Wie und wann wurden diese überwunden, durchbrochen oder geräumt?

c) Die Lage in den Tunneln und direkt danach in dem Bereich der beiden Rampen. Wann genau wurde die Polizeikette auf der Rampe gesprengt? Wie viele Polizisten waren da genau im Einsatz? Wie und wann genau fiel das letzte Zaun-Hindernis direkt an der kleinen Treppe?

Ich würde mich freuen, wenn Deine Leser mir Fotos schicken könnten. Bitte jeweils mit folgenden Angaben: Namen und Rückrufnummer sowie mit dem Ort und der Zeit, wann das Foto aufgenommen wurde.

Ich brauche diese Fotos und Videos alleine zu Recherchezwecken, um den Skandal der Loveparade möglichst gut aufzuklären. Ich werde die Fotos für keinen anderen Zweck einsetzen.

Bei Rückfragen bin ich unter 0172-5632699 zu erreichen.

Die Fotos können an:
fotos@schraven.cc geschickt werden.

mit den besten Grüßen

David Schraven
Leiter Recherche WAZ-Gruppe

5 thoughts on “Vorgänge rund um die Loveparade aufklären! David Schraven bittet um Mithilfe

  1. Sorry, das geht ja mal gar nicht:

    1) in Köln arbeitet eine 60(?) Mann (und Frau) starke Ermittlungsgruppe an der Aufarbeitung und wird mit Sicherheit auch die Tonnen von Foto und Video-Material auswerten, wofür vermutlich eine Reihe von Spezialisten zur Verfügung stehen
    2) Es kann passieren, dass Bürger ihre Informationen mit Schraven teilen, nicht aber mit der Polizei oder Staatsanwaltschaft
    3) Es muss angenommen werden, dass David hier auch die Interessen (vielleicht primär) seines Arbeitgebers verfolgt und das Netz nutzen möchte, um nach vorne zu kommen

    Versteht mich nicht falsch, es ist sicher ein lobenswerter Grundgedanke. Aber ich halte nicht viel von „Privatermittlern“ und schon gar nicht, wenn diese die Befürchtung begründen, dass u. U. wichtiges Material die Ermittlungsbehörden nicht erreicht.

    Von daher würde ich alle Leser bitten, ihr Material als erstes der Ermittlungsgruppe Loveparade beim Polizeipräsidium Köln oder der Staatsanwaltschaft zu übermitteln und dann einer Zweitverwendung der WAZ zuzustimmen.

  2. Herr Meiners,

    selbstverständlich sollen die Leser ihr Material der Polizei übergeben. Ich kann aber auch verstehen, daß manche Personen Bedenken haben und lieber anonym bleiben möchten. Mein eigener Name wurde mal in einer Nazi-Sache durch die Polizei an eine verdächtige Personen übermittelt. Diese Person hat mich natürlich ausfindig gemacht und mich kontaktiert. So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben.

    • Das tut mir sehr leid zu lesen – ich hoffe allerdings, dass es eher ein Einzelfall ist, der zwar für Dich mit erheblichen Konsequenzen verbunden war. Aber eben nicht die Regel ist…

      • Dr. Werner Jurga Di, 03 Aug 2010 at 14:05:55 - Author

        Nein, Stefan, so etwas ist leider kein Einzelfall. Die Diskretion bzw. der Mangel daran bei der Polizei ist schon – teilweise rechtlich bedingt – problematisch. Aber darum geht es hier nicht. Es geht darum, dass man – wie ich in der Einleitung schrieb – „grundsätzlich nicht, und in diesem Fall schon mal gar nicht“ die Ermittlungen komplett den Strafverfolgungsbehörden überlassen sollte. Nichts gegen die Ermittlungsgruppe in Köln. Nichts dagegen zu sagen, dass Strafverfolgungsbehörden selbstverständlich weisungsgebunden sind. Aber, jetzt mal in allem Ernst: wo wären wir in dieser Republik, wenn die Presse als „vierte Gewalt“ nicht ihre Wächterfunktion wahrgenommen hätte?! „Spiegel-Affäre“ – schon mal gehört? Oder in den USA: „Watergate“ – bekannt? Ich jedenfalls möchte in einem Land, in dem nicht auch Journalisten, die „nach vorn kommen wollen“, ermitteln, nicht leben.