Brüderle will mehr Fachkräfte ins Land locken

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Das Problem des Fachkräftemangels in Deutschland ist nicht neu. Besonders im Süden der Bundesrepublik klagen Betriebe darüber schon seit Jahren. Auch die relativ große Zahl der unbesetzten Lehrstellen in Deutschland ist ein Indiz dafür, dass es vielerorts an geeignetem Personal in den Unternehmen fehlt. Vor diesem Hintergrund hätte man sich gewünscht, dass der Bundeswirtschaftsminister mit substanziellen Gegenvorschlägen aufwartet, wenn er die Sache schon mal anspricht. Stattdessen redet Rainer Brüderle von einer "Lockprämie", die die Betriebe ausloben könnten, um ausländischen Spezialisten den Zuzug nach Deutschland schmackhaft zu machen. Auf diesen Gedanken sind interessierte Firmen garantiert schon selbst gekommen. Mit solchen Dampfplaudereien macht sich der Liberale eher lächerlich. Unbestritten ist, dass sich auch andere Länder immer mehr um ausländisches Fachpersonal bemühen. Will Deutschland hier mithalten, dann muss es seine auf Abschottung fixierten Einwanderungsregeln grundlegend überdenken. Mit dem jetzt wieder diskutierten Punktesystem, das sich vornehmlich an der Qualifizierung potenzieller Einwanderer orientiert und nicht am Nachweis eines Arbeitsplatzes, haben viele Staaten gute Erfahrungen gemacht. Das gleiche Modell hatte schon vor neun Jahren eine Expertenkommission unter Leitung der CDU-Politikerin Rita Süssmuth für Deutschland angeregt. Damals stellte sich jedoch Süssmuths eigene Partei quer. Und dabei ist es im Kern bis heute geblieben. Gelänge es Bundeswirtschaftsminister Brüderle, den Koalitionspartner endlich vom Gegenteil zu überzeugen, dann wäre die FDP tatsächlich der von ihm beschworene "Reformmotor" in der Koalition.

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