"Kölner Stadt-Anzeiger" klärt auf über Rechtspopulismus

ksta 

Forsa-Chef hält 15 Prozent für Rechtspopulisten für möglich

Köln (ots) – Der Meinungsforscher Manfred Güllner hält die CDU für "zu grün". Das Potenzial für "einen deutschen Haider" liege auch darum "parteiübergreifend zwischen zehn und 15 Prozent," sagte Güllner dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag-Ausgabe). Bereits am Wochenende hatte der Chef des Meinungsforschungsinstitutes Emnid, Klaus-Peter Schöppner, in der "Bild am Sonntag" geschrieben: "Ausgerechnet die treuesten Unions-Wähler strömen derzeit in Scharen zu den Nichtwählern." Eine Partei der christlich geprägten Konservativen, die Wirtschaft mit Werten verbinde, könne sofort 20 Prozent gewinnen. Güllner, Leiter der Emnid-Konkurrenz Forsa, warf Schöppner im "Kölner Stadt-Anzeiger" nun vor, "oberflächlich" zu argumentieren. Denn das bürgerlich-liberale und das rechtskonservative Milieu passten nicht zusammen. Auch werde etwa der Rückzug des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) aus der Politik teilnahmslos zur Kenntnis genommen. Schließlich leide die SPD ebenfalls an Auszehrung, meinte Güllner.

 

Angst in der CDU vor Rechtspopulismus

Köln (ots) – Der langjährige Bundesgeschäftsführer der CDU, Peter Radunski, hat seine Partei vor weiterer Auszehrung und dem Entstehen einer rechtspopulistischen Partei gewarnt. "Wir verlieren immer mehr an die Nicht-Wähler, die beileibe nicht mehr nur aus dem Prekariat kommen", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag-Ausgabe). "Auch die CSU deckt nicht mehr alles ab. Ich hätte Angst vor einem Trio aus Thilo Sarrazin, Wolfgang Clement und Friedrich Merz; die würden auf Anhieb 15 Prozent holen. Auch deshalb würde ich bei uns einen ausdrücklich mit Populismus beauftragen. Mobilisierung ohne Emotionen ist nicht möglich." Radunski lobte, Angela Merkel mache "ihre Sache als Kanzlerin gut". Allerdings kämen für sie "erst die Medien und dann die Partei. Es kann im Übrigen nicht sein, dass der gesamte kulturelle Hintergrund der CDU auf eine Person projiziert wird. Man muss die Partei wieder zum Diskutieren bringen; das kann sie im Moment nicht." Er fügte hinzu: "Im Wahlkampf 2009 haben wir auf eine Unterforderungstaktik gesetzt; unser Ziel war, die Anhänger der Gegenseite zu demobilisieren. Seitdem setzen wir auf eine Verschleppungstaktik. Beides kann auf Dauer nicht gut gehen."

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