Das Ende der LoveParade in Duisburg

Laut einem unserer xtranews-Redakteure vor Ort bei der Loveparade hat die Lage sich mittlerweile erstmal etwas beruhigt.

In dem Tunnel liegen noch immer die abgedeckten Leichen hinter Planen, mittlerweile wurde die Zahl der Toten von der Polizei mit 15 Personen angegeben. Geschockte Besucher sitzen im Tunnel, an dieser Stelle fand die Party ein jähes Ende.
Und noch immer wird auf dem Gelände gefeiert. Rein darf keiner mehr, aber wer noch da ist, scheint noch zu bleiben. Die Musik wird bis zum späten Abend weiterlaufen, um einen überstürzten Aufbruch der übrigen Gäste zu vermeiden. Allerdings ist laut unserem Redakteur ein vorzeitiges Beenden geplant – so gegen 22 Uhr soll abgebaut werden.

NRW-Landesinnenminister Rolf Jäger, der sich heute Mittag bei seinem Besuch noch positiv geäußert hatte, teilte mit „Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten gestorben sind. Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden“. Er wolle sich heute Abend über den Ablauf des Geschehens in Duisburg informieren. Auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist auf dem Weg – sie hat dort selber Angehörige, von denen sie noch nichts gehört hat.

Bis zu der Katastrophe gab es laut dem Rotkreuz-Sprecher Rudolf Mrosek nur die erwarteten Zwischenfälle. Zudem hatte sich laut ihm die Lage schon entspannt, eine Stunde zuvor seien erheblich mehr Menschen in dem Tunnel gewesen, wie „der Westen“ im Liveticker berichtete.

Augenzeugenberichten zufolge sind einige Momente vor dem Ausbruch der Panik von beiden Seiten Menschen in den Tunnel gestürmt, immer mehr haben nachgedrängt. Die Kraft dieser Menschenmassen knickte Verkehrsschilder um, den Augenzeugen kamen schwarze Menschen entgegen – „nicht schwarz vom Staub, sondern von Schuhabdrücken. Es war wie in einem schlechten Zombiefilm“.

Offenbar kam es zu dem erhöhten Ansturm auf das Festgelände, als die Abschlusskundgebungen um 17 Uhr kurz bevor standen. Laut vom WDR veröffentlichten Augenzeugenberichten drängten die Menschenmassen auf eine Wartungstreppe am Tunneleingang, um auf das Dach des Durchgangs zu gelangen. Von dort aus wollten sie über die Gleise aufs Gelände. Eine Frau berichtete, „Die sind alle zusammen da hoch und dann ist die (Treppe) zusammengebrochen“. Menschen lagen am Boden, die nachfolgenden sind rücksichtslos über sie drüber getrampelt. Die Polizei versuchte, die Verletzten zu bergen, doch auch sie war in dem Gedränge machtlos.

Die Aftershow-Party im Wassergarten im Essener Gruga-Park, die um 6 Uhr morgens beginnen sollte, ist jetzt abgesagt.

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland bezieht Stellung: „Alle Sicherheitsvorkehrungen, die notwendig waren, sind von den Ordnungskräften eingeleitet worden. Es ist dafür gesorgt worden, dass nur die Größenordnungen in den Tunnel geleitet wurden, die der Tunnel verkraftet. Aber soweit wir das Szenario kennen, sind die Toten entstanden, weil man Sicherheitsvorkehrungen überklettert hat und dann abgestürzt ist.“ Aus 8-9 Metern Höhe sollen einige gestürzt sein. Die von den Notärzten bei den Toten und Verletzten festgestellten Quetschungen des Rückenmarks unterstreichen laut Sauerland seine These.
Zuletzt meldete der Duisburger Stadtsprecher Frank Kopatschek: 17 Tote, 40 Schwerstverletzte, 80 weitere Verletzte.

Gegen 23 Uhr ist es dann so weit: die LoveParade ist vorbei. Kein DJ legt mehr Musik auf, kein Ton kommt mehr aus der Anlage. Ein trauriges Ende.

One thought on “Das Ende der LoveParade in Duisburg

  1. „Das waren wirklich schlimme Bilder, die man im Fernsehen sehen konnte! Wie kann man als Veranstalter nur einen Eingang der gleichzeitig als Ausgang genutzt wird, zur Verfügung stellen. Das Gelände ist einfach ungeeignet und ich kann nicht glauben, dass die Veranstalter das nicht bemerkt haben!
    Mich macht das echt sauer, wie können Menschen nur so Profitgeil sein!“