Stillleben: Wanderung durch den Tunnel

Foto: Christoph Müller-Girod

Auf der Autobahnbrücke von der Auffahrt der 43, Blickrichtung Bochum-Gerthe und Bochum-Stadion. Von hier aus öffnet sich der Blick auf die A40. Tische auf der einen, Mobilität auf der anderen Spur – und während es vor knapp eineinhalb Stunden noch ein NoGo in Duisburg war fließt der Verkehr auf der Mobiblitätsspur flüssig vor sich hin.

Auf in Richtung Bochum Stadion also vom Kilometer 11,3 zum Kilometer 9,6. Volksfeststimmung. Fanfarenzüge kommen einem entgegen, Kinder malen auf einer unendlich langen Papierdecke, Seifenblasen en gros. Als Erinnerung an die Schachtzeichen hängen ab und an die Ballons über der A40, gelb, prall gefüllt. Menschenschlangen dort wo es entweder etwas ganz Besonders zu sehen gibt – so sind heute tatsächlich mehrere Stormtrooper aus dem Star Wars Universum unterwegs – oder an den Verkaufsständen für Wasser und Knabberzeug.

Und dann: Eintauchen in die Dämmerwelt des Tunnels mit den gelben Lampen. Hier sind keine Tische zu finden, dafür aber kann man sich an den Wänden mit Kreide austoben – unzählige Botschaften überdecken sich, Namen, Telefonnummern, Tags – und ein wenig scheint die anarchistische Freude an diesem Event einen einzuholen. Wobei: Entspannte, ruhige, friedliche Gesichter, das ein oder andere Meckern wegen eventuellen Vordrängelns kann sich der Ruhri natürlich nicht verkneifen.

One thought on “Stillleben: Wanderung durch den Tunnel

  1. Das war ware Kunst : Die Tags und Sprüche im Tunnel wurden nicht nur gemalt, sie entstanden dadurch, das der Ruß von den Wänden gewaschen wurde. Da kann man mal sehen wie weiß der Tunnel mal war. Unzählige Menschen mit nassen Taschentüchern, die Spuren hinterlassen, indem sie den Staub des Alltags abwaschen. Wunderbar.