Weder angeboren noch anerzogen: es ist einfach nur die Hitze

freibad

Nicht nur hier, tief im Westen, ist es unerträglich heiß, sondern auch weit im Osten. Kurz vor der polnischen Grenze soll es sogar – man glaubt es kaum – noch heißer sein als hier bei uns. In Berlin gegenwärtig sieben (!) Grad mehr.
Da zieht es freilich auch den Berliner – gar nicht dumm – ins Freibad. Zum Beispiel in das Sommerbad Neukölln am Columbiadamm. Das jedoch ist schon ein bisschen dumm, ich meine natürlich: nicht das Schwimmbad an sich, sondern es zu besuchen.
Stellen Sie sich doch bloß einmal vor: Sie liegen da gerade so richtig lecker auf der Wiese, weil das immer noch besser erträglich ist, als in der schlecht isolierten Altbauwohnung rumzuhängen, und dann – so wie gestern gegen 17 Uhr – wird das ganze Schwimmbad geräumt. Ist doch wirklich eine dumme Sache, oder nicht?!

Der Berliner „Tagesspiegel“ berichtete gestern:
Mitten in der heftigsten Hitzezeit mussten heute (also gestern) rund 7000 Badegäste das Sommerbad Neukölln am Columbiadamm so schnell wie möglich verlassen. Der Grund war eine Massenschlägerei am Beckenrand.
Nach den Worten des Sprechers der Berliner Bäderbetriebe, Matthias Oloew, waren offenbar "konkurrierende Familienclans mit Migrationshintergrund" gegen 17 Uhr aneinander geraten. Mehrere jugendliche Schläger seien schließlich aufeinander los gegangen. Als ein Wachmann zu schlichten versuchte, hätten ihn zwei der Schläger leicht verletzt. Eine weitere Eskalation drohte.
Daraufhin ließen die Bäderbetriebe das Bad ,,vorsorglich" räumen.

Dumme Sache. Für den in Berlin lebenden Publizisten Henryk M. Broder wirft dieses „Ereignis einige Fragen auf“, und zwar ebenfalls im „Tagesspiegel“. Broder fragt sich
zum einen: Was sind „konkurrierende Familienclans mit Migrationshintergrund“? Handelt es sich um Ostfriesen und Oberbayern, die nach Berlin gezogen sind? Oder Tschechen und Slowaken, die sich nicht darauf einigen können, ob man „Chleb“ oder „Chlieb“ sagen soll, wenn von „Brot“ die Rede ist? Wird dem Leser da nicht eine relevante Information vorenthalten?
Zweitens: Was war der Grund für die „Massenschlägerei am Beckenrand“? Hatte der eine Familienclan alle Liegestühle bereits mit Handtüchern belegt? Oder angefangen, mitgebrachte Würstchen zu grillen, ohne den anderen um Erlaubnis zu fragen? Wir erfahren es nicht.

Nun war ich zu diesem Zeitpunkt nicht im besagten Freibad, weil ich zum einen den relativ kühlen Niederrhein der heißen Mark Brandenburg vorziehe, und zweitens lieber drinnen vor dem Klimagerät hänge als draußen in der Sonne. Dennoch liegen mir zum einen Informationen aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen vor, woraus sich zweitens Annahmen zu zweitens ergeben.
Zum einen weiß ich nämlich recht zuverlässig, dass es sich bei den „konkurrierenden Familienclans mit Migrationshintergrund“ doch nicht um die ursprünglich von mir – wie sich jetzt herausgestellt hat: zu Unrecht – verdächtigten Ostfriesen und Oberbayern gehandelt hat, sondern um Familien arabischer – möglicherweise auch türkischer – Abstammung.
Daraus ergibt sich zweitens, dass die Hypothese, Stein des Anstoßes sei die Absicht gewesen, Würstchen zu grillen, nur schwerlich aufrecht zu erhalten ist, da bekanntlich Muslimen – wie übrigens auch Juden – der Verzehr von Schweinefleisch schon von Gottes wegen untersagt ist. Es sei denn, man stellte hilfsweise eine Rindsbratwürstchen-Hypothese auf, womit man jedoch wieder die – bereits verworfenen – Oberbayern im Spiel hätte, was die Beantwortung der von Broder aufgeworfenen Fragen wiederum ziemlich erschweren würde, wenn ich nicht – wie gesagt: aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen – erfahren hätte, dass Oberbayern eben nicht in die Massenschlägerei konkurrierender Familienclans mit Migrationshintergrund verwickelt waren.

Dadurch wissen wir zwar immer noch nicht, was der Auslöser für die Unstimmigkeiten im Freibad gewesen ist. Dafür sind wir aber bei der Suche nach den tiefer liegenden Ursachen für diesen bedauerlichen Zwischenfall einen entscheidenden Schritt weiter gekommen.
Denn zum einen scheiden rassische Ursachen für die hier zu Tage getretene Konfliktbereitschaft aus; denn – zum dritten Mal: Oberbayern waren ja nachweislich nicht in nennenswertem Ausmaß involviert. Bei der wechselseitigen Abneigung der Familienclans handelt es sich also um nichts Angeborenes.
Zweitens ist hier auch nichts Anerzogenes als Ursache auszumachen. Denn bekanntlich wird der Nachwuchs in arabischen Familien keineswegs dazu erzogen, den eigenen Glaubensbrüdern die Fresse zu polieren. Vielmehr werden, wie wir ebenfalls aus dem „Tagesspiegel“ erfahren konnten, die süßen Kleinen von frühester Kindheit dazu angehalten, ihr „Leben zu opfern“, um „die Juden, nicht etwa Zionisten oder Israelis“ nach Strich und Faden fertig zu machen.
Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass die gestern im Neuköllner Schwimmbad unangenehm aufgefallenen Familienclans mit Migrationshintergrund ziemlich aus der Art geschlagen sind. Und wenn die Gründe dafür weder angeboren noch anerzogen sind, dann muss da irgendetwas Anderes schief gelaufen sind. Bei ziemlich vielen Leuten, denn es war ja schließlich eine Massenschlägerei.

Das kann nur soziale Ursachen haben. Das ist zwar nicht originell, schon gar nicht in Berlin-Neukölln. Aber originell oder nicht: das ist so. Und wissen sollte man es schon.

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