Klimaanlage im ICE ausgefallen: neun Schüler im Krankenhaus

Deutsche Bahn

Bielefeld – Schüler aus Remscheid und Willich sind am Samstag auf dem Rückweg von ihrer Klassenfahrt nach Berlin im Intercity-Express kollabiert. Die Klimaanlage im Zug war ausgefallen. Sie habe aufgrund der hohen Temperaturen nicht mehr funktioniert, gab inzwischen ein Bahnsprecher zu. Der Zug ist in Bielefeld evakuiert worden, wo neun Jugendliche ins Krankenhaus gebracht, einige mit Infusionen versorgt wurden. Insgesamt hatten 27 Schüler medizinische Hilfe nötig. Diejenigen, die nicht im Krankenhaus bleiben mussten, wurden in bereitgestellten Bussen mit Klimaanlage nach Hause gebracht.

Reisende berichteten, im völlig überfüllten Zug hätten Temperaturen über 50 Grad geherrscht. "Das war wie in einer Sauna", sagte ein 16-jähriger Schüler der „Westfalenblatt“. In den Waggons am Ende des Zuges seien viele Menschen umgekippt und hätten sich auf den Boden legen müssen. „Das war wie in einer Sauna. Fünf Minuten später wären bestimmt alle kollabiert.“

Die Mutter eines kleinen Jungen habe in ihrer Verzweiflung versucht, während der Fahrt mit dem Nothammer eine Scheibe im Zug einzuschlagen, damit ihr kurz vorm Kollaps stehender Sohn Luft bekam. Als der Zug am Samstagabend kurz nach 19.00 Uhr in Bielefeld stoppte, waren Feuerwehr und Rettungsdienst mit einem Großaufgebot vor Ort, um die Hitzeopfer zu betreuen.

Ein Bahnsprecher sagte auf Anfrage des WDR am Samstag es handele sich um einen Einzelfall. Dieser Darstellung hat ein Augenzeuge inzwischen widersprochen. Er habe mehrfach den ICE wechseln müssen, weil jeweils die Klimaanlagen ausgefallen waren und das Zugpersonal es nicht verantworten wollte loszufahren. Auf erneute Nachfrage des WDR am Sonntag wiederholte ein Pressesprecher, es habe in Hannover einen „Teilausfall“ gegeben; andere Fälle seien ihm nicht bekannt. Es komme im Übrigen öfter vor, dass die Klimaanlage ausfalle, "aber im Winter hat das natürlich andere Folgen als bei dieser Hitze".

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