Deutschland ausgeschieden – für´s Klinikum Duisburg “eigentlich nicht so schlimm”

Trauer

Mist! Was habe ich mit der Mannschaft mitgefiebert! Was habe ich die Daumen gedrückt! Ich habe die Mannschaft geliebt, und auf diese Weise sogar gelernt, Deutschland zu lieben. Und dann das. Mist! Mist! Mist!

Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen: ich bin fertig. Fix und fertig. Das ist ja wohl normal. Das ist völlig normal; und deshalb will ich hier auch von vornherein klipp und klar sagen: auch ich bin völlig normal! Ich lasse mir da auch nichts Anderes einreden! Schon gar nicht von so Psycho-Klempnern.
Zumal es in Duisburg, wie ein Polizeisprecher sagte, sowieso „nur wenige Zwischenfälle“ gab. Anders sah es in Bochum, Hilden, Dortmund und Köln aus. Oder in Heiligenhaus: da flogen Flaschen gegen einen spanischen Autokorso. Noch doller in Hagen: da wurden zehn Leute festgenommen, weil sie die Flaschen gleich gegen die spanischen Fans geworfen hatten. Und was die fünf Personen, die im Kreis Mettmann festgenommen wurden, diesbezüglich angestellt hatten, hat die WAZ nicht geschrieben.
Ist ja auch nicht so wichtig. Die Sache ist traurig genug, also das Ausscheiden unserer Mannschaft. Und wenn dann so Spanier auch noch Remmidemmi machen! Wohlbemerkt: nicht in Spanien; da können sie ja machen, was sie wollen. Sondern hier bei uns: Autokorso in Heiligenhaus, Party in Hagen. Ja, wo sind wir denn?! Immer noch in Deutschland, würde ich doch wohl mal sagen.

Das ist doch völlig klar, dass man da sauer werden kann. Oder, wie ich sagen würde: völlig normal. Würden Sie doch auch sagen, oder? Tja, da kennen Sie aber unsere Seelen-Experten schlecht! Zum Beispiel den Herrn Dr. med. Hermann Pelzer. Der ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychotherapeutische Medizin am Klinikum Duisburg und erklärt heute in der WAZ, wie er die ganze Sache so sieht. Ich sage Ihnen: da fällt Ihnen der Kitt aus der Brille!
Chefarzt Pelzer „geht von zwei Möglichkeiten aus, wie Fans mit ihrer Trauer umgehen“. Schon komisch; aber bitte: Möglichkeit Eins: „Menschen, die ein nicht so stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben und sich zuvor vollkommen mit der Mannschaft identifiziert haben, projizieren die Niederlage auf sich selbst und gehen von einem eigenen Scheitern aus.“
Es ist doch so: wir haben alle total versagt! Klar: die Spanier waren besser, muss man zugeben, es war nicht der Schiedsrichter schuld. Da müssen wir uns schon an die eigene Nase packen. Jeder! Man kann sich ja nicht nur dann mit Deutschland identifizieren, wenn es gut läuft. Wir müssen auch in den schweren Stunden zusammenstehen.
„Als Folge des Fehlschlags kann es dann zu Ausrastern als Möglichkeit des Abreagierens kommen“, sagt Dr. Pelzer. Logisch. „Wer sich im Nachhinein fragt „was hab ich nur getan, ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, der sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.“ Da hat er recht, der Pelzer. Aber wer fragt sich das schon?! Sicher. Die Bekloppten sterben nicht aus.

Das war also die Möglichkeit Eins. Den Frust einfach mal rauslassen. Und die paar Weicheier, die sich im Nachhinein fragen, was sie da nur getan haben, nehmen „professionelle Hilfe in Anspruch“. Würde ich auch sagen: ab in die Ballerburg! Aber was ist mit der Möglichkeit Zwei?
„Menschen, die dagegen ein stärkeres Selbstbewusstsein haben, distanzieren sich bei einer Niederlage deutlich schneller von der Mannschaft. Sie machen sich klar, dass sie nicht selbst verloren haben.“
So, und da hört es bei mir auf! Wer sich bei einer Niederlage schnell von der Mannschaft distanziert, soll also ein starkes Selbstbewusstsein haben. Das ist ja wohl die Höhe. Schließlich weiß jeder normale Mensch, dass die Charakterlosigkeit, nicht zu einer Sache stehen zu können, wenn mal ein Rückschlag eingetreten ist, sein Fähnchen mit dem Winde zu drehen, um immer auf der Siegerseite stehen zu können, keineswegs von einem starken, sondern von einem miserablen Selbstbewusstsein zeugt.
Ich habe mir das ja schon immer gedacht. Die Psychos – genau genommen müssten die eigentlich selbst … – Gucken Sie mal hier:
„Der Mediziner erwartet vom Ausscheiden der deutschen Mannschaft auch positive Effekte.“ Oder hier: Dr. Pelzer meint, dass Deutschlands Niederlage ja eigentlich „nicht so schlimm ist.“

Wie krank kann man nur sein?!

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