Mark Sweeney – All In

Mark Sweeney – All In
Pie Music
PMCD 41004

Mark Mark Sweeney? Isn det? Machtn der so für Mucke? Issas gut?

Gemach, gemach, ihr Schlockrockhörer von ______ (hier bitte einen xbeliebigen deutschsprachigen Radiosender einfügen, der seit Monaten, ja, Jahren rund um die Uhr immer und immer wieder die gleiche Playlist rauf und runter und kreuz und quer spielt und sich nur von Fußballweltmeisterschaften oder Amokläufen kurzfristig aus dem Konzept bringen läßt – Hauptsache, es wird geschossen, so die Richtung).

Wessen Ohren bisher noch nicht von diesem Einheitssoundbrei entweder schmalzverstopft oder von einem Tinnitus gesegnet sind, der hört dann eventuell auch Mark Sweeney.

Alles klar? Yup, so gut ist der. Also: ‚gut‘.

Herr Sweeney ist ein zum Mikrofone mit reinsäuseln und rumbrüllen schwer nervender zurecht umgeschulter ehemaliger Bäcker und Konditor. Also, das nehme ich an, weil der Herr Sweeney allein auf dieser Platte gefühlte 357 Allgemeinplätzchen backt, die alle völlig ungenießbar sind und -es ist ja schließlich laut, leicht metallig und irgendwie sowas ähnliches wie Rock- jedes Kaffeekränzchen schnell beenden würden, so man dieses Machwerk dort ’servierte‘. Und auch die Herrschaften in Fahrstühlen oder beim Einkauf in einem dieser Läden, in denen sowas der Kundschaft angetan würde, nähmen ganz sicher reißaus.

Aber warum? Nun, liebe Kinder, ich verrate euch einfach mal das Rezept, okay?

Man nehme:

– einen Sänger, der -so die Mär- 4 Jahre klassischen Gesangsunterricht bei einer Opernsängerin hatte (rofl)

– einen Komponisten, der es anscheinend so richtig drollig findet, wenn fast alle Lieder langsam anfangen (gerne mit sowas wie Sprechgesang), beim Refrain laut(er) werden und dann laut sind und bleiben.

Originell, ne?

– einen Texter, der sich nicht entblödet, seine Hörerschaft mit so bedeutungsfreiem Unfug wie ‚Hell has come and my heart is empty/ I find myself at the end of the line/My stomach is starting to twist/It ain’t so fine‘ zu quälen.

Nichts gegen Twist, Chubby Checker hat seine ganze Karriere damit bestritten, aber twistende Mägen? No, that ain’t so fine. Schon gar nicht in der Hölle. Mein Rat: bei twistendem Magen in der Hölle mal ein Alka-Seltzer einwerfen.

Da nich für, Mark.

Wo war ich? Ach, ja, das Rezept für verdorbene Platte a la Suisse.

Man nehme zudem:

– diverse Gast – äääh, ja: ‚Stars‘ (räusper), die die 3 Songs, an denen sie beteiligt sind, kein Iota besser machen, aber was will man von Leuten, die freiwillig hier mitmachen, auch erwarten? Eben.

– eine mächtige Prise 80er Musikdreck, speziell aus der schlimmsten Ecke des Poserrocks und

– mehrere Messerspitzen Powerballade (würg!).

Sänger, Komponist und Texter ist natürlich Herr Sweeney selber. Wenn man nicht alles selber macht, newahr?

Fertig.

Fertig?

Nicht ganz.

Herr Sweeney hat noch ein ganz besonderes Bonbon, genauer: er scheint an vielen Stellen, speziell beim songtypischen anfänglichen Sprechgesang etwa ein halbes Dutzend zu lutschen, was einerseits das Verstehen des ‚Gesangs‘ deutlich erschwert, andererseits nun mal gar nix macht, weil er eh nur Stuß singt.

Und Englisch kann er auch nicht, aber das hält ja selten ab. Gell, Lena?

Der Titel ‚All In‘ bezieht sich übrigens aufs Pokern, weswegen die CD selber wie ein Jeton aussieht und Herr S. auf dem Cover und im Heftchen mit Jetons, Karten und so zu sehen ist.

Ein grandioser Bluff ist das aber nicht, das hier ließ mich sofort an ein anderes Casinospiel denken.

Echt, ‚All Crap‘ wäre der ehrlichere Titel.

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