Karstadt-Investor Berggruen will Sport- und Premium-Häuser auslagern

berggruen Nicolas Berggruen, möglicher Karstadt-Käufer, könnte die insolvente Warenhauskette unter Umständen aufteilen. Laut seinem Konzept, das vergangene Woche vor dem Vermieterkonsortium Highstreet vorgestellt wurde, will er, so der Spiegel in einer Vorabmeldung für sein am Montag erscheinendes Magazin, sieben Karstadtsports- und zwei Premium-Häuser in eine neue Gesellschaft überführen. Beobachter vermuten, dass der deutsch-amerikanische Investor sich damit einen Verkauf dieser Häuser offenhalten will. Für Irritation sorgt auch, dass Berggruens Konzept quasi auf den Plänen des bisherigen Karstadt-Sanierungsmanagements fußt. Ein Sprecher Berggruens bestätigt das, bezeichnete einen solchen Vorgang indes als „üblich“. Die Umstrukturierung habe strategische Gründe, ein Verkauf sei nicht geplant. Im Kreis der Gläubiger regen sich dennoch Zweifel, ob in der entscheidenden Gläubigersitzung vor zwei Wochen alles mit rechten Dingen abgelaufen ist. Durch seine Bekanntschaft mit dem bisherigen Karstadt-Chefsanierer Thomas Fox könnte Berggruen einen Wissensvorsprung gehabt haben, mutmaßt man bei Highstreet. Andere Gläubiger sehen das ähnlich. In einem internen Vermerk wird daher Kritik an Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg laut. „Die Mitglieder des Gläubigerausschusses hatten bei der Ablehnung des Angebots von Highstreet nicht alle erforderlichen Informationen, bzw. wurden gezielt in die Irre geführt“, heißt es da. Kritik, die man beim Insolvenzverwalter nicht gelten lässt: „Alle drei Bieter hatten die gleichen, fairen Voraussetzungen, sich zu präsentieren. Der Gläubigerausschuss hatte genügend Zeit, alle Angebote intensiv zu prüfen“, sagt ein Sprecher.

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