20 Jahre Deutsche Einheit – 20 Jahre Max-Planck-Preis

MPFP

Der diesjährige Max-Planck-Forschungspreis in Höhe von je 750.000 Euro geht an Michael Tomasello vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Timothy George Bromage vom New York University College of Dentistry. „Ihre Arbeiten belegen den Erfolg dessen, was wir als Förderstrategie verfolgen: Synergien zwischen Wissenschaftsfeldern herstellen und mit Grundlagenforschung die Basis für künftige Innovationen schaffen“, sagte Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft am 17. und am 18. Juni 2010 in Hannover, an der rund 600 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft teilnehmen, darunter mehrere Nobelpreisträger der Max-Planck-Gesellschaft.

„Die Preise ehren Sie, sie gewähren Ihnen Freiheit und sie belegen: Diese Bundesregierung gibt Bildung und Forschung auch in schwierigen Zeiten Priorität“, sagte Quennet-Thielen in Hannover. „Wir investieren aus voller Überzeugung in herausragende Forscherpersönlichkeiten, ihre Ideen und in kluge Universitätskonzepte. Für den Wissenschaftsstandort Deutschland ist dies ein wichtiger Internationalisierungs- und Modernisierungsschub.“

Beide Preisträger erforschen die Wurzeln des Lebens. Der Psychologe Michael Tomasello beschäftigt sich mit der Entstehung von Sprache und der kulturellen Evolution beim Menschen. Dabei geht er in empirischen Studien mit Kleinkindern und Menschenaffen der Frage nach, über welche kognitiven Fähigkeiten Menschen im Unterschied zu den ebenfalls hoch entwickelten Menschenaffen verfügen. Der zweite Preisträger, Timothy Bromage, ist seit 2004 Professor am New York University College of Dentistry. Er untersucht unter anderem im afrikanischen Malawi, wie sich Lebensumstände in der Struktur von Knochen und Zähnen früher Menschen einprägen. Zudem hat Bromage einen neuen Mechanismus entdeckt. Damit kann man aus dem Knochenaufbau auf die Wachstumsgeschwindigkeit und individuelle Lebensgeschichte früher Menschen schließen.

Der Preis wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Max-Planck-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung verliehen. Er unterstützt jährlich je einen deutschen und einen ausländischen Wissenschaftler bzw. eine Wissenschaftlerin, die bereits international anerkannt sind und von denen im Rahmen internationaler Kooperationen weitere wissenschaftliche Spitzenleistungen erwartet werden. Ein unabhängiger Ausschuss entscheidet über die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Preishöhe. Der Preis wird im jährlichen Wechsel jeweils in einem Teilgebiet der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Lebenswissenschaften oder der Geisteswissenschaften ausgeschrieben.

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