Loveparade Duisburg: The Art of Love

Die Genehmigung der Stadt steht noch aus – ansonsten ist aber alles im grünen Bereich: Die Loveparade kann kommen. Dies verkündete ein gut gelauner Oliver Pocher bei der Pressekonferenz in Duisburg. Aus dem Güterbahnhof werde allmählich ein Eventplatz, so Adolf Sauerland, man hoffe auch rechtzeitig fertig zu werden.

Das sind für ein Event, das am 24.06. definitiv stattfindet vielleicht doch eine Spur zuviel Konjunktive. Schuld daran sind die langwierigen Vorverhandlungen mit dem Land NRW, die offenbar einiges verzögert haben. Sichtlich beindruckt zeigte sich Rainer Schaller, der Loveparade-Geschäftsführer aber von den Fortschritten im Bereich des Güterbahnhofes: „Früher hätte ich gesagt, die Loveparade wird wilder als geplant.“ Von einer kleineren Loveparade als in Dortmund könne aber trotz der verringerten Anzahl der Floats – 16 statt damals 40 – keine Rede sein. Im Gegenteil: Man wolle die gesamte Halle auf dem Güterbahnhof, 25.000 qm immerhin, als größte Bühne der Welt nutzen und zudem erstmalig eine zweite Bühne einrichten.  „Es ist natürlich spannend, die Loveparade an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet zu organisieren, weil jeder Ort seine besonderen Herausforderungen stelle.“

Wertigkeit der Jugendkultur

Die Konzentration auf die Jugendkultur – das ist sicherlich eines der Dinge, die Prof. Dr. Oliver Scheytt an der Loveparade schätzt. Nachdem man sechs Tage vorher mit dem Still-Leben-Projekt gezeigt habe, wie vielfältig die Region sei könne man den Focus besonders auf die Jugendkultur richten. „Die Kulturhauptstadt bekommt durch die Loveparade den Kick.“ Damit sind die Künste, die im Körper stecken gemeint. Deswegen passe auch das Motto der diesjährigen Loveparade: The Art of Love.

Dies ist auch das Motto der Hymne. Deren Komponist Anthony Rother gab sich wortkarg und man erfuhr nur, dass er 2007 das erste Mal auf der Loveparade aufgetreten sei und halt die Hymne komponiert habe. Da hatte es selbst der wortgewandte Oliver Pocher schwer Näheres in Erfahrung zu bringen, auch auf die Frage an Rainer Schaller nach dessen Lieblings-Act auf der Loveparade gab es kein eindeutiges Votum – stattdessen das rasche Herunterlesen der gesamten anwesenden Künstler.

WDR: Schamlose Selbstpromotion

Da war der Schlagabtausch zwischen Pocher und dem Eventmanager des WDR doch weitaus amüsanter. Während andere Journalisten durchaus wichtige Fragen hatten, so wurden etwa noch mal die Bombenfunde auf dem Gelände angesprochen ebenso ob eine Sperrung des Geländes angedacht sei, kam aus dem Munde des Eventmanagers des WDR eine reine Selbstpromotion der Aktivitäten des Senders. „Haben Sie denn da noch eine Frage?“, hakte Pocher nach. Erstmal nicht. Die Reaktion von Pocher, als wenig später der selbe Journalist sich meldete: „Lassen Sie mich kurz überlegen ob ich Sie zu Wort kommen lasse. – Nein.“ Was man von Pocher auch halten mag – der Moderator der diesjährigen Liveübertragung im Internet bewies, dass er durchaus Witz und Schlagfertigkeit besaß.

Von Seiten der Stadt gab es dann die Nachricht, dass mit weiteren Bombenfunden auf dem Gelände nicht zu rechnen sei. Man sähe keinen Grund für weitere Maßnahmen, das Gelände sei somit sicher. An eine Absperrung des Güterbahnhofes wegen Überfüllung – nein, daran denke man eigentlich nicht so die Loveparade-Organisatoren. Erfahrungen hätten gezeigt, dass es einen steten Zu- und Ablauf während der Veranstaltung gäbe. Und die Bahn, da sei man sehr zuversichtlich, würde den Ansturm an diesem Tag auch organsatorisch schaffen.

Übertragung in TV-Qualität im Internet

Oliver Pocher wird zusammen mit seine Lebensgefährtin Sandy Meyer-Wölden erstmals auf der Loveparade eine dreistündige Internetübertragung moderieren. Diese würde, so betonte Schaller, der TV-Qualität in Nichts nachstehen. Die gesamte Loveparade könne man in diesem Jahr mit rund 30 Kameras verfolgen – der Zuschauer wird so zum eigenen Regisseur. Die bisherigen Medienpartner blieben allerdings erhalten. Wer also lieber passives Internet nutzen möchte an dem Tag kann auch den Fernseher einschalten.

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