Agnes Obél: Traumzeitsongs

A cello strung with gut strings. Note the abse...
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Die Duisburger Akzente enden in einem sehr intimen Rahmen. Agnes Obél bezauberte das Publikum im Hübi und versetzte es in einen melancholischen Traumzeitzustand.

Agnes Obèls Songs sind atmosphärische Erzählungen, deren Sinn man erst enträtseln muss.  Nicht immer ist es so einfach wie in „Just so“, einem Song der von den Gelegenheiten des kommenden Tages erzählt. Agnes Obels Songs sind Songs von emotionalen Zuständen die man bekommt wenn der Regen zu lange an die Fensterscheiben klopft oder Gefühlen, die man beim Entlanggehen des Flussufers hat. Entfernt klingt im Keyboard die Erinnerung an Yann Thiersen auf. Würde der Amelie-Komponist Songs schreiben, sie würden sich genau so anhören: Träumerisch, nachdenklich, melancholisch.

Einfach – nein, einfach gehalten sind die Songs nicht, da gibt es schon die ein oder andere harmonische Wendung die aufhorchen lässt. Es mag in den ersten Takten so scheinen, wenn das Keyboard zur üblichen Dreiviertel-Walzertaktbegleitung anhebt, aber dann schleicht sich ein verminderter Ton in den Akkord. Die Momente, wenn das Cello nur zupft – leicht und unangestrengt – um dann wiederum Tremolokaskaden in den höchsten Tonlagen von sich zu geben verleihen dem Konzert ebenfalls eine sehr besondere Note. Am Ende dann genau eine Zugabe und es ist, als ob Agnes Obél die Zuhörer erst mit der Ansage entzaubern muss, man hätte sonst keine Songs mehr die man spielen könne.  Ein charmanter Rückstürz in die Realität.

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