Henning Mankell: Israel ist ein Apartheidstaat

Der schwedische Bestseller-Autor Henning Mankell, 62, rechtfertigt im SPIEGEL seine Teilnahme an der umstrittenen Gaza-Hilfsaktion. Mankell war auf einem der sechs Schiffe gewesen, die Hilfsgüter in den palästinensischen Gaza-Streifen bringen sollten, und sagte zwei Tage nach seiner Freilassung: "Sehe ich die Fratze der Apartheid, muss ich tun, was ich kann, um sie zu zerstören." Israel sei "keine offene Gesellschaft". Palästinenser seien dort "Bürger zweiter Klasse". Seine Unterstützung für die Palästinenser dürfe man aber nicht mit Sympathie für die islamistische Hamas verwechseln, die den Gaza-Streifen kontrolliert und deren extremistische Politik er ablehne: "Ich kann das eine tun und muss doch das andere nicht lassen." Mankell war an Bord des Frachters "Sofia", eines Schiffs der Solidaritätsflotte, mit der mehrere hundert Aktivisten in Richtung Gaza unterwegs waren, als der Konvoi am frühen Morgen des vergangenen Montags von israelischen Soldaten gestoppt wurde. Eine Eliteeinheit kaperte die Schiffe und brachte sie nach Israel. Bei der Aktion kamen neun Menschen ums Leben. Mankell wurde mit anderen Aktivisten in ein Gefängnis gebracht und einen Tag später nach Schweden abgeschoben. Mankell kritisierte das Vorgehen der israelischen Soldaten scharf: "Sie wollten Menschen töten." Für eine Bedrohung des Friedens im Nahen Osten hält der Schriftsteller auch die iranische Regierung: "Sie wollen jede Waffe besitzen, mit der sich Israel zerstören lässt." Einladungen nach Iran lehne er ab, weil dort "Schriftsteller und Intellektuelle" ins Gefängnis gesteckt würden. "In ein solches Land kann ich nicht gehen."

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