Rocker-Gipfel im stern: "So schlau sind wir gar nicht"

SAN FRANCISCO - NOVEMBER 25: A member of the ...

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Bosse von Hells Angels und Bandidos im Gespräch

Hamburg (ots) – Die führenden Vertreter der Rockergruppen "Hells Angels" und "Bandidos" wehren sich gegen Vorwürfe der Polizei und der Innenminister, wonach ihr Friedensschluss nur eine mediale Inszenierung aus Furcht vor einem drohenden Verbot sei. "Wir reden schon seit langem, ein Jahr ungefähr", sagte Frank Hanebuth, Chef der einflussreichen Hells Angels Hannover. In der neuen, am Mittwoch erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern reden erstmals die Sprecher der bis vor kurzem verfeindeten Klubs gemeinsam über die Ursprünge des Konflikts und seine Beilegung.

Hanebuth und Peter Maczollek, Europa-Vizepräsident der Bandidos, drohen ihren Mitgliedern mit Ausschluss, falls die sich nicht an den vor wenigen Tagen besiegelten Vertrag halten. Sie räumen aber ein, dass das nicht einfach wird. Maczollek im stern: "Es gibt in Deutschland Brennpunkte beider Klubs. Die müssen wir weiter im Auge behalten, damit es dort nicht verrutscht. Und wir müssen durchgreifen, wenn da einer Scheiße baut." Man werde sich künftig häufiger treffen und "den einen oder anderen Brand löschen".

Die beiden Rocker-Klubs hatten sich in den vergangenen Jahren brutal bekämpft, auf beiden Seiten gab es Tote und Verletzte. Den Ursprung der Auseinandersetzung aber können beide Gruppierungen nicht mehr nennen. "Das weiß keiner mehr. Das ist es ja. Wir waren früher Kumpels und haben ständig zusammen gefeiert. Eigentlich gibt es gar keinen Grund für diese Geschichte", sagte Hanebuth in dem Gespräch. "Das hat sich irgendwann hochgeschaukelt", erklärte Maczollek. "Immer ging`s darum: ‚Wer sind die Besten?‘ Da hat da einer dem anderen auf die Fresse gehauen. Und der wiederum dem anderen." So sei der Streit immer mehr eskaliert.

Beiden Klubs wird von Polizei und Justiz vorgeworfen, Drogenhandel und Prostitution zu fördern und obendrein Rechtsradikalen Unterschlupf zu bieten. Bei der Innenministerkonferenz in Hamburg hatten sich Politiker auch deshalb darauf geeinigt, die Rockerszene stärker zu beobachten. Angels-Sprecher Frank Hanebuth dazu im stern: "Die halten uns für besonders schlau. Aber ganz ehrlich: So schlau sind wir gar nicht."

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