Israel in der Zwickmühle – Solidaritätsfahrt mit Hindernissen

Ulrich W. Sahm
Ulrich W. Sahm

Eine "Solidaritätsflotte" mit 800 pro-palästinensischen Aktivisten kann wegen des Defekts zweier Boote ihre Fahrt zum Gazastreifen erst mit rund eintägiger Verspätung fortsetzen. Ein Großaufgebot der israelischen Marine, Armee und Polizei will die Aktivisten aus 40 Ländern daran hindern.

Ein Bericht von Ulrich W. Sahm

Der Versuch, mit einer Flotte von acht Schiffen, mit 800 "Friedensaktivisten" an Bord, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen, ist ins Stocken geraten. Von acht ursprünglich vorgesehenen Schiffen stecken drei wegen "Pannen" in einem Hafen im griechischen Teil Zyperns fest, darunter ein griechischer Frachter. Fünf Boote ankern vor der Küste der "Republik Nordzypern", dem von der Türkei besetzten Norden Zyperns.

Die Behörden des griechischen Teils Zyperns hatten den prominenten Teilnehmern von "Befreit Gaza" verboten, mit kleinen Booten in See zu stechen, um sich den vor Nordzypern ankernden fünf Schiffen anzuschließen. Zypern habe sogar Kampfhubschrauber eingesetzt, um die Küste zu überwachen. Bei den Prominenten handelt es sich um 35 Parlamentarier aus 15 Ländern und 20 Journalisten, einer Holocaust-Überlebenden und einem schwedischen Schriftsteller. Unter den Passagieren befinden sich auch der ehemalige Erzbischof Hilarion Capucci. Der wurde 1974 wegen "Waffenschmuggel an Terroristen" in Israel verhaftet und zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Flotte von "Befreit Gaza" wolle ohne diese Prominenten nicht in Richtung des Gazastreifens ablegen. Sie mussten auf dem Landweg in den türkisch besetzten Norden Zyperns wechseln.

Informationen über das Geschehen an Bord der Schiffe gelangen vor allem über Internet und Twitter in die Außenwelt. Wie der israelische Rundfunk meldete, herrsche "ziemliches Chaos" an Bord der wartenden Boote. Die Passagiere seien wegen der Verzögerungen "zunehmend ungeduldig".

Den vollständigen Text des Berichts von Ulrich W. Sahm finden Sie bei n-tv oder haGalil.

Comments are closed.