Exklusiv: „Wir dürfen niemanden zurück lassen!“ Interview mit Fritz Pleitgen

Heute besuchte der ruhr.2010 Geschäftsführer Fritz Pleitgen seinen Schacht-Zeichen-Ballon in der Duisburger Förderschule „Am Rönsbergshof“. Die Schüler begrüßten Pleitgen mit dem Steigerlied. Eine Gruppe hatte sich dazu extra Bergmannshüte gebastelt; sie performte den Song zur Freude aller Anwesenden selbst. Besonders die Textzeile „denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht“ wurde von den Kindern mit Begeisterung dargestellt. Die Herzlichkeit der körperlich und geistig behinderten Schüler rührte den „Duisburger Jung“, der sich fast bei jedem Kind einzeln bedankte.

Am Rande der Veranstaltung statt Herr Pleitgen unsere Redaktion dann noch für ein paar Fragen zur Verfügung:

xn: Wie wichtig sind Kinder und Jugendliche für die Kulturhauptstadt 2010?

Fritz Pleitgen: Ganz wichtig! Für uns ist auch wichtig, dass alle mitgenommen werden – die Kinder, die Armen, die Reichen. Wir dürfen niemanden zurück lassen. Wir haben hier ja auch geistig behinderte Kinder, und es ist wichtig, dass alle mit eingeschlossen werden. Wir haben das Programm „soziale Teilhabe“, und dies hier ist ja grade symbolisch dafür.

xn: Wir haben bemerkt, wie Sie gerade richtig aufgegangen sind. Ist das für Sie mal eine richtige Abwechslung zu dem ganzen „normalen“ Programm?

Fritz Pleitgen: Es ist was ganz anderes. Diese unmittelbare Herzlichkeit hier ist einfach schön. Ich komme gerade von einer Pressekonferenz aus dem Dortmunder U-Turm. Da saßen wir alle aufgereiht, redeten wie Staatsmänner (lacht). Heute habe ich Kulturhauptstadt auf beiden Polen erlebt.

xn: Ist ruhr.2010 für Sie stressig?

Fritz Pleitgen: Stressig, aber schön – und es wird immer schöner. Es reiht sich ein Erfolg an den anderen. Natürlich gibt es auch immer mal Rückschläge, aber insgesamt ist es ein großer Erfolg. Und das freut mich; denn wir machen das ja für die Menschen, die Spaß daran haben

xn: Zurück blickend auf die letzten fünf Monate, was waren ihre persönlichen Highlights?

Fritz Pleitgen: Die Eröffnung war schon was ganz Besonderes. Danach reihte sich aber ein schöner Erfolg an den anderen. Wenn ich so in die Museen gehe und feststelle, dass die Ausstellungen Rekordbesucherzahlen hatten, dann geht einem das Herz auf. Oder heute hier, wo ich mein „Schachtzeichen“ besuchte. Ich hatte ja die Wahl, das Zeichen auf der Künstlerzeche „Fritz“ oder in Duisburg aufzustellen. Und ich habe mich eben für diese Förderschule entschieden. Ich stelle fest, das Geld ist gut angelegt.

xn: Werden wir Sie auf der Love Parade sehen?

Fritz Pleitgen: Da bin ich leider im Urlaub. Ich wäre aber gerne vorbei gekommen, obwohl ich nicht zur Zielgruppe gehöre (lacht wieder herzlich).

xn: Vielen Dank für das Interview

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