Dirk Niebel besucht in Haiti Kinderzentrum der Kindernothilfe

 

Port-au-Prince/Duisburg, 24. Mai 2010 -  „Mit dem Besuch dieses Kinderzentrums wollen wir bewusst ein Zeichen dafür setzen, dass beim Wiederaufbau in Haiti die Arbeit mit Kindern hohe Priorität hat." Dies betonte Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), bei seiner derzeitigen Reise durch das vom Erdbeben zerstörte Karibik-Land. Er reagierte damit auf die Forderung der Kindernothilfe, bei seinen diplomatischen Gesprächen vor Ort darauf zu drängen, dass in allen Großnotlagern geschützte Bereiche für Kinder freigehalten und eingerichtet werden.

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Ein kleines Stück geregelter Alltag im Chaos:
Kinderzentrum der Kindernothilfe. Foto: Roller

Mit Dirk Niebel besuchte nun erstmals ein Mitglied der Bundesregierung eines der 14 Kinderzentren, die die Kindernothilfe nach dem Beben am 12. Januar in Haiti errichtet hat. In Port-au-Prince besichtigte er am Samstag, 22. Mai, das Kinderzentrum „Sineas", in dem 1.800 Mädchen und Jungen betreut werden. Es ist das größte, das die Kindernothilfe nach einer Naturkatastrophe bislang weltweit aufgebaut hat. Niebel wurde begleitet von BMZ-Mitarbeitern, dem deutschen Botschafter in Haiti, Peter Voss, Vertretern von Nichtregierungsorganisationen und zahlreichen Journalisten.

Vier „Sineas"-Kinder begrüßten die Delegation und begleiteten sie durch „ihr" Kinderzentrum, das zu einer Zeltlagerstadt gehört, in der momentan 20.000 Menschen leben. Der Minister lernte Kinder beim therapeutischen Malunterricht kennen, besuchte die Vorschulgruppe, eine Theatergruppe und einen Karate-Kurs. Niebel bedankte sich bei seinen Gastgebern mit einem fair gehandelten Fußball, um die wöchentlichen Fußballturniere in „Sineas" zu unterstützen.

"Kinderrechte werden noch immer massiv verletzt"

Mitarbeiter der Kindernothilfe und deren Partnerorganisation Amurt erläuterten dem Minister die Strategie, die das Hilfswerk seit den ersten Tagen nach der Katastrophe konsequent verfolgt: in Notunterkünften und Lagern geschützte Bereiche einzurichten, in denen Kinder registriert, ernährt, pädagogisch betreut, medizinisch versorgt und psychologisch begleitet werden. „Auch vier Monate nach dem Beben werden Kinderrechte in den Notunterkünften noch massiv verletzt", sagte Jürgen Schübelin, Haiti-Koordinator der Kindernothilfe. „Zehntausende von Kindern sind noch immer völlig unzureichend geschützt und betreut."

Derzeit werden in den 14 KNH-Kinderzentren in Haiti rund 8.000 Mädchen und Jungen betreut. Die dafür verwendeten Mittel stammen ausschließlich aus Spenden von Privatpersonen, Schulklassen, Kirchengemeinden und Haiti-Solidaritäts-Initiativen, die die Kindernothilfe nach der Erdbeben-Katastrophe erhalten hat.

Weitere Infos zum Wiederaufbau in Haiti und der ausführliche Bericht zum Besuch von Dirk Niebel

Fotos von den Kinderzentren der Kindernothilfe

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