Krieger-Gruppe überrascht Duisburgs Politiker

Krieger-Gruppe überrascht Duisburgs Politiker mit seinen Planungen und der Nachricht über den Erwerb des Güterbahnhofsgeländes

Die Krieger-Gruppe, der größte deutsche Möbel-Einzelhändler, macht ernst. Das Unternehmen hat nicht nur Pläne für ein riesiges Möbel-Zentrum auf dem Gelände des ehemaligen Duisburger Güterbahnhofs vorgelegt, sondern bereits das Gelände erworben.

Die Duisburger Delegation vor dem Höffner-Möbelmarkt in München-Freiham

Die Duisburger Delegation vor dem Höffner-Möbelmarkt in München-Freiham

Das hat am 14. Mai 2010 eine zwölfköpfige Ratsdelegation unter Leitung von Oberbürgermeister Adolf Sauerland in München erfahren. Der Rat der Stadt hatte diese Abordnung nach München gesandt, nachdem Krieger sein Interesse an einer Ansiedlung auf der Freifläche südlich des Hauptbahnhofs bekundet hatte. In seinem neuesten Möbelhaus der Marke "Höffner" hat Firmenchef Kurt Krieger den Duisburger Politikern Rede und Antwort gestanden.
Der von ihm erläuterte Entwurf hat mit dem von Norman Foster vorgelegten Masterplan für die "Duisburger Freiheit" nur noch eine ausgedehnte Parklandschaft mit künstlichen Seen gemein. Die von Foster vorgeschlagene Randbebauung entlang der Bahngleise an der Ostseite und entlang der A 59 an der Westseite, die in der Mitte die besagte Grünfläche einschließt, hat Krieger über Bord geworfen. "Dieser Entwurf geht am Bedarf vorbei", begründet Krieger seine Position. Er könne sich nicht vorstellen, dass Wohnen in dieser Lage zwischen Bahngleisen und Autobahn nachgefragt würde. Und die dort geplanten Büros lägen deutlich über dem Bedarf des gesamten Ruhrgebietes. Bei seiner Einschätzung beruft sich Kurt Krieger auf seine Erfahrungen als Projektentwickler: "Seit Beginn der Finanzkrise im Oktober 2008 ticken die Uhren anders."

Kurt Krieger erläutert seinen Planungen für das Güterbahnhofsgelände in Duisburg

Kurt Krieger erläutert seinen Planungen für das Güterbahnhofsgelände in Duisburg

Eine größere Überraschung als das Abrücken von Fosters Masterplan war für die Duisburger Politiker die Information, dass Krieger das von ihm beplante Gelände südlich der Koloniestraße bereits komplett erworben hat. Anfang der Woche hätten Grundstückseigentümer Aurelis und Krieger die Verträge unterzeichnet.
Kurt Krieger möchte den Tunnel im Zuge der Koloniestraße vom Westen her bis zu den Bahngleisen abreißen. Die von ihm vorgesehene Bebauung beginnt von dort an in südlicher Richtung an den verbleibenden Bahngleisen mit einem ca. 7.000 bis 8.000 Quadratmeter großen Möbel-Discounter. Daran schließt sich dann ein Möbelmarkt der Marke "Höffner" an mit 40.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Er soll genauso aussehen wie der in München besichtigte. Der nächste Baukörper, der dann allerdings von den Gleisen mehr in die Mitte des Geländes rückt, ist den Plänen nach ein 40 Meter hohes Gebäude mit einem Hochregallager. Südlich der Karl-Lehr-Straße sollen die Zentrale An- und Auslieferung mit der Verwaltung angesiedelt werden. Vor den beiden Möbelhäusern würden ca. 750 Parkplätze entstehen. Weitere 250 Parkplätze sollen unter die Möbelhäuser gebaut werden. Die verbleibenden Freiflächen zwischen Bebauung bzw. Parkplätzen und der Autobahn A 59 sollen in eine Parklandschaft mit künstlichen Seen verwandelt werden, deren Umsetzung und spätere Pflege Krieger finanzieren will.

Innenansicht des Höffner-Möbelmarktes in München-Freiham

Innenansicht des Höffner-Möbelmarktes in München-Freiham

In die Parklandschaft würden Fußgänger- und Radwege integriert, die die auch schon von Foster geplante Grünverbindung aus der City zum Sportpark Duisburg darstellen.
"Wenn die Stadt schnell ist, geht das Ding im nächsten Jahr ans Netz", so Kurt Krieger wörtlich. Rund 600 neue Arbeitsplätze verspricht der 62-jährige Berliner der Duisburger Politik und ab dem dritten Jahr Steuern im hohen sechsstelligen Bereich. Die Gesamtinvestitionssumme wird mit 150 Millionen Euro beziffert.
Das bisher im Westen Deutschlands nicht agierende Unternehmen beschäftigt insgesamt 8.000 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote liegt nach Auskunft der Verantwortlichen bei 50 Prozent. Den ersten Schritt nach Nordrhein-Westfalen hat Krieger vor kurzem mit den Erwerb des Kölner Möbelhändlers Rösrath getan. "Für uns ist Duisburg das Herz einer Entwicklung im Ruhrgebiet", sagt Krieger. Die im übrigen Deutschland bereits vollzogene Marktbereinigung bei den Möbelhändlern stünde jetzt auch im bevölkerungsreichsten Land an.
Jetzt ist die Duisburger Politik am Zuge, die vorgelegten Planungen zu beraten und darüber zu entscheiden.

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