Mahnmal erinnert an deportierte Kinder

 

Stadt Duisburg – Mit einem Mahnmal wird die Stadt Duisburg an das dunkelste Kapitel ihrer Geschichte erinnern – die Deportation von jüdischen Kindern während der nationalsozialistischen Diktatur. Der Künstler Gerhard Losemann wird das Mahnmal mit den Namen der Kinder realisieren. Es soll auf dem neu gestalteten Platz vor dem Hauptbahnhof aufgestellt werden.

von links Wettbewerbssieger Gerhard Losemann, Peter Ibe, Vorsitzender Jugendhilfeausschuss, und Regina Bartholme (2. Preis).

von links Wettbewerbssieger Gerhard Losemann, Peter Ibe,
Vorsitzender Jugendhilfeausschuss, und Regina Bartholme (2. Preis)

Der Jugendhilfeausschuss hatte im Mai 2009 der Planung zur Errichtung dieses Mahnmals zugestimmt. Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden die bildenden Künstler der Stadt aufgerufen, Ideen für dieses Vorhaben zu entwickeln und zu präsentieren. 15 Entwürfe wurden vorgestellt, die im März diesen Jahres von einer Jury, unter Teilnahme von Künstlern, Politikern und kommunalen Vertretern, begutachtet wurden. "Uns war wichtig, dass die Namen der Kinder sichtbar sein müssen", erklärte der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und Jury-Mitglied, Peter Ibe, und präsentierte neben dem Wettbewerbssieger Losemann auch die zweite Preisträgerin, die Bildhauerin Regina Bartholme. Das Urteil der Jury fiel einvernehmlich.
Losemanns Entwurf ist eine Stahlsäule mit einem Erinnerungstext, dessen Buchstaben wie Fenster in das Metall geschweisst werden. Durch sie hindurch kann man die im Innern aufgehängten Täfelchen mit den Namen der jüdischen Kinder lesen. Bartholme lässt eine Schaukel, die an einem Gerüst aus Bahnschwellen hängt, scheinbar mitten in der Bewegung verharren, leer und verlassen. Die Kindernamen wollte sie auf bunten Täfelchen, die an unterschiedlich hohen Säulen angebracht werden sollten, in Erinnerung halten. Die Höhe, so die Künstlerin, symbolisiert das unterschiedliche Alter der Kinder, die mit Zügen in die Konzentrationslager verschleppt worden sind: "Das jüngste Kind, das uns bekannt ist, war elf Monate alt, das älteste 17 Jahre."
Die Jury war von allen eingereichten Vorschlägen beeindruckt. Deshalb wurde beschlossen, die Entwürfe und Modelle in der Zentralbibliothek, Düsseldorfer Straße 5-7, bis zum 29. Mai 2010 auszustellen. Die Vitrinen stehen ganz bewusst im Bereich der Kinder- und Jugendbibliothek.

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