Papst erkennt "Notwendigkeit der Justiz" und die Kirche als „Ort der größten Gefahr“

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Rom / Lissabon – Der Papst ist zu einem Besuch in Portugal aufgebrochen. Bei der sogenannten „fliegenden Pressekonferenz“ während des Fluges ging der Papst auch auf die aktuelle Situation des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche ein. „Heute sehen wir in wirklich erschreckender Weise, dass die größte Verfolgung der Kirche von Feinden nicht von außerhalb kommt, sondern aus der Sünde innerhalb der Kirche entsteht“, so Papst Benedikt wörtlich.

Ratzinger antwortete während des Flugs auf Fragen von Journalisten zu den Missbrauchsfällen vor allem in Irland und Deutschland, die die katholische Kirche seit Monaten schwer belasten. Die Kirche müsse durch "Sühne, Gebet, Akzeptanz und auch Vergebung" einen Weg aus den Skandalen finden. "Die Vergebung ersetzt nicht die notwendige Gerechtigkeit." Die Kirche müsse die "Notwendigkeit der Justiz erlernen".

Realistischerweise müsse zugegeben werden, dass das Böse auch von Innen her angreife; immer aber seien die Kräfte des Guten gegenwärtig. „Der Herr ist stärker als das Böse, und die Gottesmutter ist die Gewährleistung dafür. Die Güte Gottes ist immer die letzte Antwort der Geschichte."

Die Kirche stehe vor dem großen Bedürfnis, neu die Buße zu lernen, die Reinigung zu akzeptieren, die Vergebung, aber auch die Notwendigkeit der Gerechtigkeit zu lernen. „Die Vergebung ersetzt die Gerechtigkeit nicht. Wir müssen genau diesen wesentlichen Punkt lernen: die Umkehr, das Gebet, die Buße, die theologalen Tugenden".

Mit Blick auf den Umgang mit pädophilen Geistlichen sagte er, die Kirche müsse die "Notwendigkeit der Justiz" erlernen. Daher sei auch der Wille zu juristischer Aufarbeitung: „Das Vergeben ersetzt nicht Gerechtigkeit.“

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