US-Ökonom Roubini sieht Gefahr, dass Euro gesprengt wird

Der als Prophet der Finanzkrise berühmt gewordene US-Ökonom Nouriel Roubini warnt im Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL davor, dass sich die griechische Schuldenkrise rasant global ausbreiten wird. "Griechenland ist nur die Spitze des Eisbergs", so Roubini, der die globale Wirtschaftkrise schon zwei Jahre vor ihrem Eintritt detailliert vorhergesagt hatte. Die bisherigen Rettungspläne seien nicht ausreichend, warnt Roubini: "Wenn nicht bald ein Plan B erarbeitet wird, besteht die Gefahr eines Dominoeffekts." Dann werde sich die Krise sehr schnell auf Länder wie Portugal oder Spanien ausbreiten. "Das würde am Ende den Euro sprengen", so Roubini. Der Ökonom wirft dabei der deutschen Regierung vor, wertvolle Zeit verschwendet zu haben: "Die deutsche Innenpolitik und die wachsende Skepsis über die Währungsunion haben die Reaktion verzögert, das hat den Bemühungen geschadet, die Griechenland-Krise einzudämmen." Die Milliardenhilfe durch den IWF und die Euro-Staaten hält der Ökonom nicht für ausreichend, um die Krise zu bekämpfen: "Das verschiebt das Problem nur ins nächste Jahr", sagte er dem SPIEGEL. Zudem werde die Krise nicht in Europa haltmachen. Roubini fürchtet, dass die horrende Staatsverschuldung bald auch Japan und den USA "ernste Probleme" bereiten wird.

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