Bibcamp³ | Wenn die Bibliothek geentert wird

Auf dem Messegelände
Image via Wikipedia

Für einen Moment fühlt man sich an diesem Samstagmorgen nach dem Verlassen der Haltestelle Hannover Messe Ost wie der letzte lebende Mensch nach dem Einschlagen des Komets Christopher-Floyd. Riesige Gebäude drängen sich um die menschenleere Plaza, Bauminseln versuchen dem Ganzen noch einen Anstrich von Frühling zu geben. Ein grandioses Scheitern. Und doch findet in einem der Gebäude seit gestern das 3. bibliothekarische Barcamp statt – in der FH Hannover unterstützt durch die TIB/UB. Plazagebäude Nummer 12 also.

Etliche Treppenstufen später findet man dann die 150 Teilnehmer in Gesprächen vertieft oder den Vortragenden bei den Sessions lauschend. Dabei rekrutieren sich die Teilnehmer nicht nur aus den Bibliotheken sondern auch aus am Thema Interessierten. Ein Effekt, den die Macher des Bibcamps schon seit dem ersten Mal in Berlin wünschen. Dennoch drehen sich die meisten Sessionthemen um Dinge, die den im Web2.0 aktiven Bibliothekaren auf den Nägeln brennen. Es geht um die bibliothekarische Fachinformation, um die Frage ob Facebook in Bibliotheken Fluch oder Segen ist, mobile Applikationen stehen im Angebot neben der Frage wie sich Creative Commons Musik in Bibliotheken verorten lässt. Vor allem kristallisiert sich an diesem Samstagmorgen die Feststellung heraus, dass man viel zu sehr über die neuen, glänzenden Tools sprechen würde anstelle davon, das momentan eine Umwälzung stattfände die durchaus mit der Erfindung des Buchdrucks zu vergleichen sei. Dabei spielt das Thema Web 2.0 in der Lehre noch eine untergeordnete Rolle und wenn, so die Kritik von jungen Studierenden, würde allenfalls die Produktpalette vorgestellt nach dem Motto, das müsse man ja nun auch einmal gesehen haben.

Austauschen und Vernetzen, die Weitergabe von Wissen – auch das sind Punkte, die bei diesem Bibcamp wichtig sind. Kommunikation auf Augenhöhe. Die Community hofft, dass diese Art der Kommunikation sich vielleicht auch beim nächsten Bibliothekartag in Ansätzen wiederfinden könnte. 2011 finde das nächste Bibcamp in Hamburg statt. Bis dahin ist vielleicht auch das Maskottchen H*rt Biblios wieder dabei, der diesmal wegen der Vulkanasche auf einem Flughafen festhing.

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