Rüttgers kein Internet-Ministerpräsident CDU-Chef gibt selten Antwort auf abgeordnetenwatch.de

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Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ist kein Internet-Ministerpräsident. Diesen Eindruck kann man zumindest bekommen, wenn man das Antwortverhalten des CDU-Spitzenkandidaten auf der Internet-Plattform abgeordnetenwatch.de betrachtet. Während die SPD-Spitzenfrau Hannelore Kraft dort von 46 Wählerfragen bereits 35 beantwortet hat, hat Rüttgers auf 24 Fragen bisher nur dreimal reagiert.

Dabei wird das Internet als Informationsquelle insbesondere für jüngere Menschen immer wichtiger. Laut einer gestern von der Initiative „ProDialog“ veröffentlichten Studie informieren sich 78 Prozent der Jungwähler im Internet über politische Themen. Dies spiegelt sich auch in den Zugriffszahlen von abgeordnetenwatch.de. Seit dem Start des Online-Projekts zur Landtagswahl am 24. Februar haben mehr als 366.000 Internetnutzer abgeordnetenwatch.de besucht und dort 3,2 Millionen Seiten aufgerufen. Bürger können hier online Fragen an ihre Wahlkreis-Kandidaten stellen und sich durch deren Antworten ein Bild von ihren politischen Vorstellungen und Zielen machen. Zu 1.238 Fragen haben die 915 Bewerber um einen Sitz im Düsseldorfer Landtag bisher 849 mal Stellung bezogen.

Nach Parteizugehörigkeit sortiert ist das Antwortverhalten der Kandidaten dabei sehr unterschiedlich. Während Bewerber von SPD (78,7 Prozent) und Grünen (76,8 Prozent) mit ihren Antwortquoten fast gleichauf liegen, reagierten die CDU-Kandidaten nur auf 51,2 Prozent, die FDP-Bewerber auf 53,3 Prozent aller Anfragen. In der Mitte liegt die Linke mit 63,4 Prozent. Bei der Piratenpartei zeigt sich auch auf abgeordnetenwatch.de ihre besondere Verbundenheit mit dem Internet. Die Antwortquote ihrer Kandidaten liegt bei 84,2 Prozent.

Neben den Spitzenkandidaten der Parteien bekommen auch weniger bekannte Bewerber um einen Sitz im Düsseldorfer Parlament auf abgeordnetenwatch.de genug zu tun. SPD- Kandidat Jürgen Büssow, mit 14 Fragen und zwölf Antworten zusammen mit Sylvia Löhrmann (Grüne) an zweiter Stelle aller Kandidaten, spielt so in einer Stellungnahme mit der Koalitionsoption einer Ampel aus SPD, FDP und Grünen. Barbara Moritz, Grünen- Kandidatin mit Aussichten auf ein Direktmandat in Köln, stellt beim Thema Nichtraucherschutz klar, dass sie dabei nicht „herumwabert“, sich aber gegen Fanatismus wendet, wenn es etwa um die Forderung nach einem Rauchverbot auf offener Straße geht.

„ Wir freuen uns, dass abgeordnetenwatch.de in NRW so gut angenommen worden ist“, zeigt sich Alexander Slonka, Landesgeschäftsführer der Initiative „Mehr Demokratie“, mit der Resonanz zufrieden. Die Demokratie-Initiative ist Kooperationspartner des Online-Projekts. Bis zum 9. Mai finden unentschlossene Wähler hier noch Hilfestellung bei der Entscheidung für einen Kandidaten.

Mehr Informationen: http://www.abgeordnetenwatch.de

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