Rechtsextreme Siedler marschieren durch arabisches Viertel in Ostjerusalem

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Jerusalem/Ramallah – Ein Marsch rechtsextremer Israelis löste in Ostjerusalem schwere Krawalle aus. Israelische Rechtsextreme demonstrierten am Sonntag im Silwan-Viertel im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems. Wütende Palästinenser griffen dabei die zum Schutz eingesetzten Polizisten mit Steinen und Brandgeschossen an. Die Beamten setzten Wasserwerfer ein. Zwischen Demonstranten und Polizei sei es zu Handgemengen gekommen. Nach Palästinenserangaben wurden vier Menschen verletzt.

Ziel des Marsches in Silwan unter der Leitung des rechtsextremen Aktivisten Baruch Marzel war es, israelische Souveränität über ganz Jerusalem zu demonstrieren. Die etwa 20 Minuten lange Demonstration wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Eine Gegendemonstration israelischer Friedensaktivisten wurde anschließend von der Polizei gestoppt.

Der Leiter des arabischen Informationszentrums in Silwan, Jawad Siyam, sagte Sonntag früh: "Der Marsch vertritt nicht nur die Ziele der Siedler, sondern auch der israelischen Regierung." Ziel sei es, "die (arabische) Bevölkerung in Silwan zu vertreiben, damit es bis zum Jahr 2020 eine jüdische Mehrheit in diesem Stadtteil gibt", so der 41-Jährige. Nach seinen Angaben leben dort gegenwärtig 300 israelische Siedler inmitten von 55.000 Palästinensern.

„Dieser Marsch ist eine Provokation der Rechtsextremen. Er beweist, dass die Regierung jegliche Kontrolle über Jerusalem verloren hat“, sagt Chagit Ofran von der Friedensbewegung Peace Now. Der Leiter des arabischen Informationszentrums in Silwan, Dschawad Sijam, meint, es sei das Ziel der Rechtsextremisten, „die (arabische) Bevölkerung in Silwan zu vertreiben, damit es bis zum Jahr 2020 eine jüdische Mehrheit in diesem Stadtteil gibt“.

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