Tarifrunde Zeitschriften: Redakteursberuf nicht abwerten

Berlin (ots) – Der Deutsche Journalisten-Verband hat den Verband Deutscher Zeitschriftenverleger davor gewarnt, den Redakteursberuf abzuwerten und damit nachhaltig zu beschädigen. Vor der morgigen vierten Verhandlungsrunde mit dem VDZ über einen neuen Manteltarifvertrag für die rund 9.000 Zeitschriftenredakteurinnen und -redakteure machte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring deutlich, dass dauerhafte Tarifabsenkungen zu Lasten der Beschäftigten mit dem DJV nicht zu machen seien. Die ersten drei Verhandlungsrunden hätten gezeigt, so Döhring, dass die Verleger die wirtschaftliche Schwächephase des letzten Jahres ausnutzen wollten, um auf Dauer tarifliche Leistungen zurückzufahren. "Dafür stehen wir nicht zur Verfügung." Schon in früheren Jahren sei das Weihnachtsgeld von 100 auf 95 Prozent gesenkt worden und mit der verkürzten Berufsjahrstaffel im Gehaltstarifvertrag seien bereits weitgehende Zugeständnisse gemacht worden. "Mehr ist nicht drin."

Er erwarte von den Zeitschriftenverlegern klare Aussagen zu den Tarifforderungen des DJV. Neben dem Rechtsanspruch auf berufliche Qualifizierung gehöre die Integration der Onlinejournalisten an Zeitschriften in die Tarifverträge mit dazu. Döhring: "In der konjunkturellen Erholungsphase sollten die Verleger gemeinsam mit dem DJV nach vorne blicken. Es ist sowohl für die Redaktionen als auch für die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten der Zeitschriften sinnvoller, in die Qualität des Redakteursberufs zu investieren als über Tarifabsenkungen zu streiten."

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