Iran präsentiert neue Generation selbständig entwickelter Zentrifugen

Ahmadinedschad Teheran – Anlässlich seines Nationaltages der Nukleartechnologie präsentierte der Iran am Freitag seine dritte Generation selbständig entwickelter Zentrifugen. Damit treibt der Iran trotz der jüngsten Sanktionsdrohungen des Westens sein umstrittenes Atomprogramm voran. Präsident Mahmud Ahmadinedschad präsentierte die Zentrifugen zur Uran-Anreicherung.

Die neuen Geräte seien zehnmal so leistungsfähig wie die vorangegangenen, erklärte Ali Akbar Salehi, der Chef der Atomenergiebehörde laut einem vorab verbreiteten Redetext. „Unsere Fachleute haben es vermocht, die dritte Generation der Zentrifugen zu entwickeln, die erfolgreich getestet wurden“, zitieren Agenturen Salehi. Wann die neuen Geräte in Betrieb genommen werden sollen, blieb aber unklar.

Der Iran begeht seit 2006 den Nationaltag der Nukleartechnologie. Damals hatte Teheran offiziell bekannt gegeben, dass die iranischen Atomforscher im Atomobjekt Natanz Uran auf 3,5 Prozent angereichert und somit niedrig angereichertes Uran gewonnen hatten, das für die Produktion von AKW-Brennstoff notwendig ist.

Die Hauptfeierlichkeiten zum Nationaltag der Nukleartechnologie, die bisher in Natanz durchgeführt worden waren, fanden in diesem Jahr in Teheran, im Fernsehturm Milad statt.

In der Urananreicherungsanlage Natanz würden insgesamt 60.000 neue Zentrifugen in Betrieb genommen, kündigte Ahmadinedschad an. Mit diesen Zentrifugen solle der Kernbrennstoff für sechs Atomkraftwerke hergestellt werden. Ahmadinedschad betonte zudem, dass das iranische Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene. Der Iran sei gegen die Entwicklung von Atomwaffen und wolle in Zukunft zu einem Exporteur von Nukleartechnologie werden, so der iranische Präsident.

Atomwaffen lehne Ahmadinedschad hingegen als "unmenschlich" ab. Drohungen seitens der internationalen Gemeinschaft würden den Iran nur darin bestärken, seine Atompolitik fortzusetzen.

“Iran bleibt ein Atomstaat, ob die Feinde das wollen oder nicht,“ erklärte Mahmud Ahmadinedschad. “Unsere Wissenschaftler kennen unsere Bedürfnisse. Der Westen will nicht, dass der Iran es bis zum Letzten schafft. Er hat verstanden, dass der Iran keinen Schritt zurück macht.”

Die Urananreicherung wird von den Gegnern Irans mit Argwohn betrachtet, da diese Technik auch dazu benutzt werden kann, Material für Atombomben herzustellen. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, erklärte in Washington, die Nutzung von Zentrifugen der dritten Generation zeige, dass Teheran mit seinem Atomprogramm "schändliche Absichten" verfolge.

Wenn der Iran die internationale Gemeinschaft davon überzeugen wolle, dass er friedliche Absichten verfolge, "dann braucht der Iran keine dritte Generation oder schnellere Zentrifugen", fügte Crowley hinzu. Deswegen arbeiteten die USA in der internationalen Gemeinschaft auf weitere Sanktionen gegen Teheran hin.

Ein Sprecher des britischen Außenministeriums erklärte in London, es herrsche "tiefe Beunruhigung" über das iranische Atomprogramm. Teheran mache seine angeblich friedlichen Absichten nicht glaubhaft.

In New York unternahmen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschland unterdessen einen Anlauf zu neuen Sanktionen. Inzwischen liegt den sechs Staaten ein Papier vor, das Grundlage für eine Resolution sein könnte. Über den Inhalt wurde Stillschweigen vereinbart.

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