Lidl betreibt Schönfärberei: Klage gegen die Täuschung von Verbrauchern

Lidl Stiftung & Co.

Image via Wikipedia

Hamburg (ots) – Die Verbraucherzentrale Hamburg reicht beim Landgericht Heilbronn eine Klage gegen Lidl wegen unlauteren Wettbewerbs ein. Sie wird dabei von der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) unterstützt. Das Bündnis fordert Lidl auf, Verbraucher nicht mit "Social Washing" über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern zu täuschen.

Das Unternehmen Lidl weist in der Öffentlichkeit darauf hin, dass es Mitglied bei der Business Social Compliance Initiative (BSCI) ist. Diese europäische Unternehmensinitiative hat zum Ziel, bestimmte Sozialstandards bei ihren Lieferanten zu erreichen, doch eine Verpflichtung ist dies nicht. Deshalb erfreut sich die BSCI zunehmender Beliebtheit bei den Unternehmen: Denn die Mitgliedschaft verleiht den Unternehmen den Anschein fairer Arbeitsbedingungen in ihren Zulieferbetrieben. Lidl nutzt dies, um in der Öffentlichkeit einen solchen Eindruck zu erwecken.

Eine von der ECCHR und der CCC in Auftrag gegebene Untersuchung ( www.saubere-kleidung.de ) beschäftigt sich mit den Arbeitsverhältnissen in Lidls Zulieferbetrieben. Die Recherche konzentriert sich auf vier Firmen in Bangladesch. Näherinnen berichten von unmenschlichen Arbeitsbedingungen, die gegen die ILO-Konventionen, gegen den BSCI-Verhaltenskodex und gegen die Selbstverpflichtung Lidls verstoßen.

Miriam Saage-Maaß vom ECCHR sagt: "Es besteht ein krasser Widerspruch zwischen der öffentlichen Darstellung Lidls und den tatsächlichen Verhältnissen in den Produktionsstätten der Lidl-Lieferanten." Günter Hörmann von der Verbraucherzentrale Hamburg erklärt: "Lidl täuscht mit seiner Werbung die Verbraucher. Daher haben wir jetzt Klage wegen der irreführenden Werbung eingereicht." Gisela Burckhardt von der CCC betont: "Lidl betreibt Schönfärberei, mit dem BSCI-Kodex wollen sich Discounter ein Sozialmäntelchen umhängen, aber die Lage der Arbeiterinnen verbessert sich nicht."

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2 thoughts on “Lidl betreibt Schönfärberei: Klage gegen die Täuschung von Verbrauchern

  1. Da kann man bald Lidl-Protokolle führen..:

    Angefangen bei den Azubi Skandalen vor ein paar Jahren, worauf sich Lidl mit der Einstellung von 1000 Azubis im Fernsehen reingewaschen haben, dann weiter mit Mitarbeiterbespitzelungen, wegen denen Lidl nur 36000 EURO Strafe zahlen mußte…

    Weiter ging es mit geheimen Krankenakten, die Lidl über die Mitarbeiter geführt hatte..!
    Datenschutzskandale, Videoüberwachung und unmenschliche Dumpinglöhne folgten..

    Jetzt betreibt Lidl ganz professionelles social- washing und würde damit die Käufer glatt erfolgreich hintergehen, wären da nicht diese verflixten Verbraucherzentralen.

  2. Thomas Rodenbücher Do, 08 Apr 2010 at 13:05:07 - Author

    Jetzt mit neuem Slogan:

    Ein Einkauf bei Lidl kann alles sein, nur nicht unbeobachtet 🙂