Neuer Wehrbeauftragter: Leopard-2-Panzer für Kundus

Berlin (ots) – Der designierte Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus (FDP) hat Kritik an seiner Forderung zurückgewiesen, die Bundeswehr müsse in Nordafghanistan auch den Kampfpanzer Leopard 2 einsetzen.   "Die Niederländer, Kanadier und Dänen setzen den Leopard-2-Kampfpanzer ein – so ganz ungeeignet kann er also nicht sein", sagte Königshaus dem Tagesspiegel (Donnerstagausgabe). Auch und gerade im Raum Kundus sei die Topografie kein Grund, Kampfpanzer nicht einzusetzen. "Hier ist es nicht gebirgig, Flugplatz und Feldlager liegen auf einer Hochebene."  Zur Kritik, Kampfpanzer seien das falsche Signal für die Bevölkerung, sagte er: "Es geht nicht um Signale, sondern um Gesundheit und Leben unserer Soldaten." Die Strategie der Bundeswehr sehe vor, die Bevölkerung zu schützen und Sicherheit zu vermitteln, damit sie bei der Entwicklung des Landes mitwirke. "Wenn die Afghanen aber befürchten müssen, dass sie für ihr Mitwirken von den Taliban bestraft werden, weil die den Eindruck gewonnen haben, die Bundeswehr sei kaum in der Lage sich selbst zu schützen, dann ist die Umsetzung der Strategie doch erheblich erschwert." Königshaus stellt sich mit seiner Einschätzung an die Seite von Brigadegeneral Jörg Vollmer, bis Herbst 2009 Isaf-Kommandeur für Nordafghanistan, der eine Steigerung der Waffenwirkung "zwingend erforderlich" genannt hatte. Die Bordgeschütze der Panzer vor Ort reichten bei der landestypischen Bauweise von Häusern und Wällen nicht, um diese zu durchschlagen. Königshaus sagte, da die Aufständischen nach dem verheerenden Bombardement von Kundus zudem mit Luftschlägen kaum zu rechnen hätten, sähen sie sich durch derartige Ausrüstungsmängel zu Angriffen ermutigt. "Und wenn nicht genug Schützenpanzer vom Typ Marder da sind, dann muss man gucken, was sonst noch da ist – und dann ist man wieder beim Leopard 2."

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4 thoughts on “Neuer Wehrbeauftragter: Leopard-2-Panzer für Kundus

  1. Recht hat der Herr Königshaus!

    Denn wer erinnert sich noch an den KFOR-Einsatz? Dort haben wir KPz LEOPARD 2 eingesetzt und die Bevölkerung ist nicht schreiend davongelaufen! Nein, sie waren dankbar, dass wir da waren und sie schützten!
    Warum sollten also die Afghanen, die ja durch die IEDs (Sprengfallen) gleichermaßen gefährdet sind und Repressalien durch die Taliban jederzeit zu befürchten haben, den Einsatz von KPz als „falsches Signal“ betrachten? Durch die ständige Gesprächsaufklärung in den Dörfern wissen nahezu alle Dorfältesten, dass die BW bzw. ISAF nicht da ist, um ihnen Schlechtes zu tun! Und was der Dorfälteste sagt, ist wie ein ungeschriebenes Gesetz für den Rest der Bewohner!

    Also her mit dem LEO… Nur er ist in der Lage unseren Soldaten den Schutz zu bieten, den sie dort brauchen! Nur SPz MARDER einzusetzen ist nicht effektiv! Seit Jahrzehnten werden die Panzerbesatzungen im „Kampf der verbundenen Waffen“ (heißt nicht mehr so, ist aber trotzdem dasselbe) ausgebildet! Also der Kampf eines Verbandes aus SPz und KPz! Erst dann kämpft man effektiv und effizient und ist letztlich in der Lage, den Feind zu zerschlagen! Denn mit der Feuerkraft des LEO, der Mobilität des MARDER und der Flexibilität der abgesessenen Grenadiere vom SPz stellt die Bundeswehr eine massive Gefahr für die Taliban dar, der sie so einfach nicht mehr Herr werden, was über kurz oder lang zum Erfolg führen kann! Allerdings setzt das auch den intensiveren Einsatz von Aufklärungsmitteln voraus: Ob TORNADO RECCE, Spähwagen FENNEK oder ALADIN/LUNA/KZO… Damit wird es möglich, den Taliban massiven Schaden zuzufügen!

    Das ist meine FUNDIERTE Meinung dazu! Ich beschäftige mich damit schon seit einiger Zeit, weil ich, ich sage es mal so, beruflich damit zu tun habe!

  2. Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem Kampfpanzer Leopard 1 und der Erkenntnis, daß die bisher gebauten gepanzerten Waffen­systeme nur sehr schwer mit herkömmlichen Mitteln in Feuerkraft, Panzerung und Beweg­lichkeit weiter zu verbessern sind, begann En­de der sechziger Jahre die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers.

  3. Der Leopard 2 ist ein Kampfpanzer der dritten Nachkriegsgeneration mit vierköpfiger Besatzung. In konventioneller Bauweise mit Hecktriebwerk ausgeführt, war er für das Konzept des Gefechtes der verbundenen Waffen zur Panzerbekämpfung im Zusammenwirken mit dem Schützenpanzer Marder entworfen worden. Er ist das Hauptwaffensystem der Panzertruppe der Bundeswehr sowie ausländischer Nutzerstaaten.