Stange: Nationaler Bildungsrat statt Kleinstaaterei in der KMK

Zu den gestern veröffentlichten Ergebnissen der Allensbach-Umfrage zu den Einstellungen der Bevölkerung zu aktuellen Fragen der Schul- und Bildungspolitik erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD, Dr. Eva-Maria Stange:

Die Kultusministerkonferenz als freiwilliger Zusammenschluss der Länder ist mit der Lösung der Probleme überfordert. Gleichzeitig ist die Vorstellung, dass mit einer Bundeskompetenz für Bildung alle Probleme gelöst seien, ebenso unsinnig wie der Irrglaube an Verbesserungen durch mehr Wettbewerb zwischen den Ländern. Wir brauchen endlich systematische, gemeinsame Anstrengungen von Bund und Ländern. In einem im Grundgesetz verankerten Nationalen Bildungsrat muss eine gemeinsame Strategie entwickelt werden, um die seit langem bekannten Defizite des Bildungssystems zu beheben und dafür gemeinsam das nötige Geld zur Verfügung zu stellen.

Ein zentraler Aspekt wird dabei mehr Einheitlichkeit im deutschen Schulsystem sein müssen. Die Ergebnisse der Allensbach-Umfrage belegen erneut den weit verbreiteten Wunsch der Menschen nach gemeinsamen, verbindlichen Regeln. 16 verschiedene Schulmodelle und hunderte unterschiedliche Lehrpläne und Schulbücher finden schon seit Jahren keine Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Bildungspolitiker aller Parteien dürfen dieses klare Votum nicht länger ignorieren. Sie müssen endlich dafür sorgen, dass ein Umzug von Bayern nach Berlin nicht dazu führt, dass Kinder ausgebremst werden. Wir können nicht einerseits Mobilität im Arbeitsleben einfordern, andererseits aber Eltern damit vor die Wahl stellen zwischen Problemen ihrer Kinder in der Schule und eigenen Problemen im Beruf.

Letztlich müssen wir die Diskussion vom Kopf auf die Füße stellen: Die Schule muss sich dem Kind anpassen und nicht umgekehrt. Das Schulsystem muss Kinder integrieren und nicht nach Herkunft und vermeintlicher Begabung sortieren. Wenn wir nicht endlich gemeinsam alle Anstrengungen dem Ziel unterordnen, jedes Kind optimal zu fördern, wird die Unzufriedenheit der Eltern mit dem Billdungssystem immer weiter zunehmen.

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