Moderner Ablasshandel: Atomwirtschaft erkauft sich längere Laufzeiten

Zum Angebot von EnBW-Chef Hans-Peter Villis, einen Teil der zusätzlichen Gewinne aus der Verlängerung der Atomlaufzeiten abgeben zu wollen, erklärt SPD-Präsidiumsmitglied Ute Vogt:

Der Vorstoß von EnBW-Chefs Hans-Peter Villis, für Verhandlungen offen zu sein, möglicherweise einen Teil der Zusatzgewinne durch längere Laufzeiten für Atomkraftwerke abzugeben, ist unverfroren. Sollen so doch einfach die letzten Bedenken bei Schwarz-Gelb beseitigt werden, auch den Betrieb von Altmeilern fast schon beliebig auszuweiten. Die nach wie vor ungelöste Endlagerfrage und das damit verbundene Sicherheitsrisiko für die Bürgerinnen und Bürger wird einfach ausgeblendet. Ebenso die massiven Wettbewerbsverzerrungen auf dem Energiemarkt, die viele Arbeitsplätze bei Stadtwerken und in der Branche der erneuerbaren Energien bedrohen. Fast schon absurd mutet es da an, wenn die aus den Zusatzgewinnen abgegebenen Almosen für die weitere Erforschung der erneuerbaren Energien verwendet werden sollen. So sah mittelalterlicher Ablasshandel aus: Für seine Sünden kaufte man sich einfach frei. Mit verantwortungsvoller Politik für die Bevölkerung hat das nichts mehr zu tun, das ist Klientelpolitik in ihrer reinsten Form.

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