ProNRW-Demo in Marxloh

Ein Bericht über ein paar ältere Herren, deren Angst vor Minaretten, ihre Plauderei mit Al Jazeera und ihre Kumpane im ganzen Abendland

Gegen 10 Uhr waren nur fünf Personen, nämlich die Organisatoren der ProNRW Veranstaltung auf dem von der Polizei zugewiesenen Aufmarschplatz auf dem Vorplatz der Bezirkssportanlage an der Warbruckstraße. Ein paar Medienvertreter waren auf der gegenüberliegen Straßenseite. Nach etwa 15 Minuten gab aus Richtung Autobahnausfahrt ein Lautsprecher die Anweisung, dass unverzüglich die Strasse zu räumen sei. Etwa 60 bis 70 meist jugendliche Gegendemonstranten, hatten die strategisch gut aufgestellten Einsatzkräfte der Polizei ausgetrickst und waren über die neben der Autobahn verlaufende Bahnanlage an den neuralgisch wichtigen Punkt zwischen der –  für ProNRW extra abgesperrten – Autobahnausfahrt und Warbruckstraße gelangt und haben in zwei etwa zwanzig Meter auseinanderliegenden Gruppen ihre Sitzblockade begonnen. Die überwiegend jugendlichen Demonstranten skandierten fortan „Nazis raus“, und angesichts des massiven Aufgebots der Polizei: „wir sind friedlich und was seid ihr?“. Die Demonstranten wurden mehrfach aufgefordert ihre Versammlung, die dem Versammlungsrecht unterliege und eine angemeldete Versammlung behindere, aufzulösen. Etwa eine halbe Stunde später wurden zunächst die Demonstranten der kleineren der beiden Sitzgruppen durch bayrische Spezialkräfte nach und nach weg getragen. Da die Gegendemonstranten sich nicht sonderlich gewehrt haben, konnte die erste Gruppe ohne Gewalt von der Straße getragen werden und zur weiteren Personenüberprüfung in einem Großtransporter der Polizei verbracht werden. Nach Anforderung weiterer Transporter wurde nun auch die zweite, größere Gruppe angegangen. Auch hier kam es erwartungsgemäß zu keinen Übergriffen, so dass sowohl die Gegendemonstranten – die immerhin die Einreise der ProNRW-Leute um gut eine Stunde verhindern konnten – als auch die Einsatzkräfte sich zufrieden zeigten, was sich auch in dem entspannten Gesicht der Polizeisprecherin Heye manifestierte.

Mit drei großen Reisebussen, die aus bekannten Gründen nicht von Öger-Tours waren, wurden die Sympathisanten von ProNRW an den Kundgebungsplatz gefahren. Überwiegend rekrutierten sich die Anhänger aus der Mitgliedschaft der belgischen Vlaams Belang, sowie französischen, spanischen und holländischen „Gästen“. Die von ProNRW angekündigte Zahl von 1000 bis 1200 Demonstranten wurde weit verfehlt. 200 Anhänger ist sehr großzügig geschätzt. Für die Anwesenden begann nun der zähe Teil, da wirklich jeder, der in Europa mal was gegen Islamisten, Moscheen oder Überfremdung gesagt hat entweder selbst auf die Rednerbühne treten durfte, oder von einem der auf dem Rednerbühne stand, gelobpreist wurde, wie zum Beispiel der anwesende Sprecher der FPÖ Wien, Brigadegeneral Wolfgang Jung. Zwischendurch skandierten die Pro-Anhänger immer wieder gerne den Kampfsatz der friedlichen Revolution in Ostdeutschland „Wir sind das Volk“. Anzumerken ist aber auch das Interview des Essener Kreisvorsitzenden Manfred Rouhs, mit einem Team des arabischen Senders Al Jazeera, in dem er noch einmal mit Nachdruck betonte, dass jedes Minarett der Tod des Abendlandes sei.

Nach gefühlten 30 Reden oder sechs Stunden, bewegte sich der Tross der rechtspopulistischen Partei in Richtung Merkez-Moschee, wo sie schon auf Sichtweite von Gegendemonstranten empfangen wurden. Nach 15 Minuten gegenseitiges Niederschreiens traten die auf Grund ihres fortgeschrittenes Alters geschwächten PRO´ler den Heimweg an.

Thomas Rodenbücher

Hier eine ein paar Fotos (wird im Laufe des Tages erweitert)

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