Wenn die innere Uhr Probleme in der Ehe macht – LMU-Forscher Roenneberg veröffentlicht Chronobiologie-Buch

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(idw) – „Sechs Stunden Schlaf für einen Mann, sieben für eine Frau und acht für einen Narren“, soll Napoleon einmal gesagt haben. Kein Wunder: Er selbst kam mit sehr wenig Schlaf aus. Einstein dagegen brauchte anscheinend mindestens zehn Stunden Schlaf, um optimale Leistungen zu erbringen. Nun war weder Napoleon in dieser Hinsicht besonders willensstark, noch Einstein faul. Der Schlaf des Menschen wird zu einem Großteil von der inneren Uhr bestimmt – und zwar auch in Hinsicht auf die Schlafdauer und den Schlafzeitpunkt. Praktisch alle Lebewesen haben eine innere Uhr.
Der LMU-Forscher Professor Till Roenneberg gehört zu den weltweit führenden Chronobiologen. Er hat selbst die Mechanismen, die unserer inneren Uhr zugrunde liegen, über Jahrzehnte in sehr unterschiedlichen Lebewesen untersucht – von Einzellern und einfachen Pilzen bis hin zum Menschen. Seine Erkenntnisse und viele andere Informationen aus der Welt der inneren Uhr hat er nun in dem Buch „Wir wir ticken. Die Bedeutung der Chronobiologie für unser Leben“ veröffentlicht.

Darin liefert Roenneberg anhand von Fallbeispielen Antworten auf Fragen aus dem Alltagleben: Warum stecken jüngere Menschen die Schichtarbeit besser weg als ihre älteren Kollegen? Warum fallen manchen Gästen bei einer Abendgesellschaft die Augen zu, während alle anderen noch feiern? Weshalb leiden viele Menschen jeder Jahr unter der Umstellung auf die Sommerzeit? Und nicht zuletzt: Was hat die innere Uhr mit Eheproblemen zu tun? Die Chronobiologie spielt in all diesen Fällen eine entscheidende Rolle, weil sie beim Menschen neben dem Schlaf viele andere Stoffwechselfunktionen kontrolliert, aber auch zur Stimmung, dem körperlichen Befinden und etwa der Lernfähigkeit beiträgt. „Ich habe im Lauf der Jahre gemerkt, dass die Erkenntnisse aus der Chronobiologie für unser aller Alltag von enormer Bedeutung sind“, sagt Roenneberg. „Außerdem habe ich festgestellt, dass die Menschen von diesem Thema fasziniert sind und mehr über Tatsachen ihres Alltags erfahren wollen, denen sie zuvor kaum Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das Buch habe ich deshalb nicht als wissenschaftliches Lehrbuch, sondern so allgemeinverständlich wie möglich geschrieben. Die Leser sollen Spaß daran haben und mehr über ihre eigene Innenzeit erfahren.“ (suwe)

Publikation:
„Wie wir ticken. Die Bedeutung der Chronobiologie für unser Leben“
Dumont Verlag, Köln, Februar 2010, ISBN 978-3-8321-9520-5, 19,95 Euro

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