CDU-Spitzenpolitiker über Gabriels Äußerungen zur Parteienverwicklung in NS-Historie empört

Elmar Brok. Photo was taken in Aachen.

Image Euku via Wikipedia

Bielefeld (ots) – Empört hat der Bielefelder Europapolitiker Elmar Brok (CDU) in der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Freitagsausgabe) auf eine Äußerung von SPD-Chef Sigmar Gabriel reagiert. Dieser hatte "in einem Rundumschlag sowohl der FDP als auch der CDU mangelndes Freiheitsbewusstsein vorgeworfen hatte: "Die erste bürgerliche Demokratie haben Sozialdemokraten mit ihrem Leben bezahlt, wo die Vorläuferparteien derjenigen, die sich heute bürgerlich nennen, noch dem Ermächtigungsgesetz von Hitler zugestimmt haben". Brok hält diese Aussage des SPD-Vorsitzenden für "eine Ungeheuerlichkeit". Die Gründung der CDU nach 1945 sei eine "bewusste Antwort auf die nationalsozialistische Terrorherrschaft" gewesen, so Brok. An der Wiege der CDU hätten KZ-Häftlinge und NS-Verfolgte wie zum Beispiel Eugen Gerstenmaier oder der erste Vorsitzende der CDU, Andreas Hermes, gestanden. Hermes war wegen Beteiligung am Attentat des 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt worden. "Auch Konrad Adenauer war ein Gegner des Nazi-Regimes" erinnert Brok und ergänzt: "Meines Wissens waren es Christdemokraten, die nach 1945 die erste freiheitliche, rechts- und sozialstaatliche Republik auf deutschem Boden aufgebaut haben."

Auch der Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium Steffen Kampeter (CDU) kann die scharfe Wortwahl des SPD-Vorsitzenden nicht verstehen. Eine mögliche Erklärung könnte sein, so Kampeter, dass "SPD-Chef Sigmar Gabriel versucht, die mangelhafte Wahrnehmung seiner Partei durch lautstarke Wortmeldungen zu kompensieren. Aber es kommt nicht auf Getöse an, sondern auf Substanz."

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