Von Wahn und Wirklichkeit: Shutter Island

DiCaprio at the Body of Lies premiere in Londo...
Image via Wikipedia

Über Leonardo Di Caprio mag man geteilter Meinung sein. Aber ein Film von Regisseur Martin Scorsese? Das verspricht Unterhaltung vom Feinsten – zumindest fast immer.

Sein neustes Werk „Shutter Island“ basiert auf dem gleichnamigen Buch aus 2003 und zeichnet ein düsteres Bild der amerikanischen Gesellschaft der 50er Jahre – im Umgang mit psychisch kranken Straftätern.

Die filmische Umsetzung des Buchs darf als gelungen gelten, insbesondere die immer stärkere Vermischung von Wahn und Wirklichkeit ist hervorragend inszeniert. Auch wenn der Protagonist den Darsteller Di Caprio doch gelegentlich überfordert.

Insbesondere ist Shutter Island in der Verfilmung von 2010 jedoch kein Popcorn-Kino. Er erwartet viel vom Beobachter: 120% Aufmerksamkeit und eine ausgeprägte kombinatorische Logik die notwendig ist, um dem Geschehen folgen zu können.

An dieser Stelle setzt auch die einzige wirkliche Kritik an dem Film an: Viele Betrachter dürften schlichtweg überfordert sein, weswegen ich die Prognose wage das es zwei Lager geben wird: Das eine Lager von Leuten, die den Film verstehen, das andere Lager von denen, die ihn nicht verstehen.

Im Grunde ist so das Offenhalten einiger Fragen am Ende des Films kein Problem – wenn man zumindest sein Ende versteht. Der weiter unten verlinkte Wikipedia-Artikel ist von daher in sofern falsch, als das dort unter anderem die Frage aufgeworfen wird:

Ebenfalls bleibt offen, ob er sich am Ende nicht freiwillig der Lobotomie unterzieht, um (auf Kosten seiner Gesamtheit als Mensch) von seinen Wahnvorstellungen befreit zu werden.

Diese Frage kann eindeutig beantwortet werden, zeigt jedoch das vorher skizzierte Verständnisproblem vieler Betrachter recht deutlich auf.

Dennoch ist Shutter Island durch und durch empfehlenswert: Sowohl als Popcorn-Kino, als auch als Gesellschaftskritik. Aber auch als einfach ein fast perfekter Psycho-Thriller, der den Betrachter noch lange in seinem Bann hält.

„Ist es nicht besser, als guter Mensch zu sterben, als als Monster zu leben?

Weitere Informationen:

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