6. Philharmonische Konzert: Die Vermessung des Weltinnenraums

Dirigent André de Ridder - Photograph: Marco Borggreve

Dirigent André de Ridder - Photograph: Marco Borggreve

Eine Reihe markanter Musikerpersönlichkeiten der jüngeren Generation verzeichnet die Gästeliste des sechsten Philharmonischen Konzerts am Mittwoch 03. und Donnerstag 04. März 2010 um 20 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle. Die Duisburger Philharmoniker spielen unter der Leitung von André de Ridder, dem Chefdirigenten der britischen Sinfonia VIVA. Er stammt aus Berlin, hat aber früh im englischen Musikleben Fuß gefasst und arbeitet heute regelmäßig mit den großen Orchestern der BBC zusammen. „Energie, Geschmack und ein untrügliches Gespür für Balance und Timbre“ bestätigte der Londoner „Telegraph“ dem jungen Dirigenten, der besonders auch als kompetenter Sachwalter der Moderne geschätzt wird.

In Duisburg leitet er die Uraufführung der Sinfonie „Seines Inneren Wildnis“ von Hauke Jasper Berheide, einem Werk für Mezzosopran und Orchester, das den berühmten „Weltinnenraum“ der Duineser Elegien von Rainer Maria Rilke gleichsam musikalisch vermisst. Berheide, 1980 in Duisburg geboren, zählt zu den herausragenden Begabungen der jüngsten Komponistengeneration und wurde 2008 mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Mit der Uraufführung seines neuen Orchesterwerks setzen die Duisburger Philharmoniker ihr kontinuierliches Engagement für die Träger dieser wichtigen Auszeichnung fort. Solistin ist die Mezzosopranistin Annette Seiltgen, die seit 1996 zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein gehört und hier in den letzten Jahren vor allem mit den großen Partien des Wagner-Fachs Erfolge feierte.

Die Novität wird flankiert von zwei Werken des Altmeisters Hans Werner Henze, dem im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres RUHR 2010 ein besonderer Schwerpunkt gewidmet ist. Die „Fünf Botschaften für die Königin von Saba“ hat der Komponist aus seiner Oper „L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe“ (2003) geschält. Das Doppelkonzert für Oboe und Harfe entstand bereits 1966, unmittelbar nachdem Henze aus der Enge der deutschen Nachkriegsgesellschaft nach Italien geflohen war. Den Doppelabend eröffnet Robert Schumanns selten zu hörende Orchestertrilogie „Ouvertüre, Scherzo und Finale“ op. 52, die der Komponist nach eigener Aussage „in recht fröhlicher Stimmung“ schrieb, ohne freilich die dämonische Nachtseite seiner Persönlichkeit ganz daraus verbannen zu können.

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